20. Oktober 2016

Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Aachen

Betriebe äußern sich positiv

Pressemitteilung 20.10.2016

Region Aachen. „Nach wie vor stehen für das Handwerk alle Ampeln auf Grün. Insbesondere das Bau- und das Ausbaugewerbe geben Gas. Auch die Rückmeldungen aus den anderen Gewerbegruppen zeugen von einem erheblichen Drive im Handwerk“, sagt Peter Deckers, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Aachen. In den vergangenen sechs Monaten liefen für 90 Prozent der Mitgliedsbetriebe die Geschäfte ziemlich gut. Erwartet hatten das im Frühjahr nur 83 Prozent. 44 Prozent der Unternehmen bewerten die Situation mit „befriedigend“, 46 Prozent mit „gut“.

Dass bei der Konjunktur-Rallye die Geschwindigkeit nachlässt, ist nicht zu vermuten. „Auch für das Winterhalbjahr werden aufgrund der guten Auftragslage, der anhaltend niedrigen Hypothekenzinsen, der geringen Arbeitslosigkeit und hohen Konsumbereitschaft sowie der im Vergleich zu anderen Ländern günstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland gut gehende Geschäfte erwartet“, so Deckers. Allerdings trübe der Fachkräfteengpass in immer mehr Gewerken die Chancen auf ein noch höheres Plus in den Kassen der Betriebe. Saisonal bedingt sinkt der Stimmungsindikator somit auch auf 86 Prozent und liegt damit auf Vorjahresniveau. 13 Prozent der Betriebe denken, dass die Geschäfte noch besser laufen werden.

Der Auftragsbestand stieg kräftig um acht Punkte auf 81 Prozent an. 55 Prozent der Unternehmen melden stabile und 26 Prozent gestiegene Auftragsvolumina. Die Auftragsreichweiten liegen derzeit im Durchschnitt bei 5,6 Wochen. (+ 0,4 Wochen zum Oktober 2015). Im Bauhaupt- und im Ausbaugewerbe liegen sie mit 9,2 beziehungsweise 7,5 Wochen und bei den Handwerken für den gewerblichen Bedarf mit 6,3 Wochen deutlich darüber.

Der Gesamtumsatz hat von der starken Auftragsentwicklung profitiert. 77 Prozent der Fachbetriebe haben entweder bessere oder gleich hohe Umsätze eingefahren. Der Anteil zuversichtlicher Entscheider im Handwerk steigt für das Winterhalbjahr um vier Punkte auf 81 Prozent an. Seit 2000 lagen die Erwartungswerte nur in den Frühjahrsumfragen 2011 und 2014 etwas höher.

Die Verkaufspreise sind im Handwerk mehrheitlich stabil geblieben (73 Prozent). 21 Prozent der Unternehmen konnten höhere Preise durchsetzen, nur sechs Prozent mussten Preisnachlässe gewähren. Für das kommende Halbjahr erwarten 23 Prozent, dass sie die Preise steigern können, nur sechs Prozent vermuten einen Rückgang.

Weiterhin hoch ist die Investitionsbereitschaft der Unternehmen. Gleich oder größer war sie bei 81 Prozent der Betriebe. Sie investierten in neue Maschinen, Räume und digitale Ausstattung.

Das Beschäftigungsklima im Handwerk ist sehr gut. 89 Prozent aller Handwerksunternehmen hielten ihrer Mitarbeiterzahl entweder bei (72 Prozent) oder stellten neue Fachkräfte ein (17 Prozent). Für das kommende Halbjahr erwarten 12 Prozent eine steigende Zahl an Mitarbeitern.

Die einzelnen Branchen
Das Bauhauptgewerbe läuft weiterhin auf Hochtouren. Wie im Herbst des Vorjahres bewerten 92 Prozent der Chefs ihre Geschäftslage mit „gut“ oder „befriedigend“. Die Auslastung liegt im Schnitt bei 91,7 Prozent. Stark nachgefragt waren weiterhin die Leistungen des Ausbaugewerbes. 90 Prozent der Unternehmen bewerten aktuell ihren Geschäftsverlauf mit „gut“ (52 Prozent) oder „befriedigend“ (38 Prozent). Die Geschäftssituation bei den Handwerken für den gewerblichen Bedarf hat sich weiterhin verbessert. 87 Prozent bewerten ihre Lage mit „gut“ oder „befriedigend“. Dieser Wert stieg im Vergleich zum Herbst 2015 um 10 Prozent. Nicht ganz gehalten werden konnte der Aufschwung im Kfz-Gewerbe.

Der Zufriedenheitsindikator im Hinblick auf die Geschäftslage sank leicht um 4 Punkte auf 86 Prozent. Das Nahrungsmittelgewerbe blickt auf ein gutes Sommerhalbjahr zurück. 89 Prozent der Unternehmen freuten sich über eine stabile oder gestiegene Nachfrage. Bei den Meisterbetrieben im Gesundheitsgewerbe sind die positiven Geschäftsbewertungen zwar im Vergleich zum Herbst 2015 um fünf Punkte auf 92 Prozent gesunken, dennoch liegen sie immer noch auf einem sehr hohen Zufriedenheitsniveau. Dagegen beurteilen die Betriebe des personenbezogenen Dienstleistungsgewerbes die aktuelle Lage etwas schlechter. Hier sank der Wert der „guten“ oder „befriedigenden“ Beurteilungen um zwei Punkte auf 85 Prozent.

Blick in die Regionen
Der Anteil zufriedener und positiv gestimmter Handwerksbetriebe ist aktuell in allen Kreisen und in der Städteregion Aachen sehr hoch. Dennoch liegen die Werte mit Ausnahme des Handwerks im Kreis Heinsberg unter denen des Vorjahres. Im Kreis Heinsberg stiegen sie dagegen um sieben Punkte auf 91 Prozent. Das Handwerk im Kreis Düren findet langsam Anschluss an das hohe Zufriedenheitsniveau in den anderen Regionen.

Lehrlinge und Fachkräfte
Bis zum 31. Dezember 2015 wurden 2.261 neue Lehrverträge in die Lehrlingsrolle der Handwerkskammer eingetragen. Für dieses Jahr wird ein ähnlicher Wert erwartet. Bis zum 30. September hatten sich bereits 2.116 junge Menschen für eine Ausbildung im Handwerk entschieden und einen Ausbildungsvertrag unterschrieben. Das sind zwar 1,8 Prozent weniger als im Vorjahresmonat, dennoch besteht Hoffnung, dass der Wert wieder erreicht werden kann. Vor allem in der Stadt Aachen und im Kreis Euskirchen wurden prozentual merklich weniger Ausbildungsverhältnisse abgeschlossen.

In der Stellenbörse der Handwerkskammer Aachen und ihrer Tochtergesellschaft QualiTec GmbH sind aktuell 877 freie Stellen für Fachkräfte ausgeschrieben. Die Nachfrage nach Fachkräften steigt zunehmend. Der größte Bedarf besteht nach wie vor bei Installateuren und Heizungsbauern, Elektroinstallateuren, Kfz-Mechanikern, Tischlern und Friseuren.

Anfang Oktober waren 16.561 Handwerksbetriebe (+45) bei der Kammer eingetragen. Die Kreise Euskirchen und Heinsberg verzeichneten Zuwächse in Höhe von 44 beziehungsweise 20 Betrieben.

Info: Die Konjunkturumfrage mit regionalen Daten und Grafiken finden Sie im Internet unter www.hwk-aachen.de/umfragen.

Quelle: Handwerkskammer Aachen

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