12. Oktober 2016

Unternehmer sind selbst gefordert

41 Unternehmen der Nordeifel schließen sich zu Dienstleistungsgenossenschaft zusammen – Mehr als 4.900 Mitarbeiter profitieren vom Netzwerk – Fünf Säulen: Personalführung, Chancengleichheit, Wissen und Kompetenz Gesundheit, Digitalisierung

Nordeifel/Schleiden – In der Nordeifel haben sich 41 Unternehmen ganz unterschiedlicher Branchen zusammengeschlossen, um gemeinsam eine Dienstleistungsgenossenschaft zu gründen. Ziel ist es, für die Mitglieder Leistungen aus den Bereichen Personalführung, Chancengleichheit, Gesundheit, Digitalisierung, Wissen und Kompetenz zu entwickeln, bereitzustellen oder einzukaufen. Zur Vorstellung der Genossenschaft trafen sich die Mitglieder jetzt im Sitzungssaal der VR-Bank Nordeifel eG, wo die Idee für den Zusammenschluss „geboren“ wurde.

Die Dienstleistungsgenossenschaft Eifel DLG i.G. soll ihre Mitglieder wirtschaftlich und sozial fördern und damit die Infrastruktur der Region nach vorne bringen. „Hier geht es um die Menschen – als Mitarbeiter und als Leistungsträger“, sagte Bernd Altgen, Vorstandsvorsitzender der VR-Bank Nordeifel eG, der in der neuen Genossenschaft den Vorsitz des Aufsichtsrates übernimmt. Unterstützt wird er dabei von seinem Stellvertreter Rolf Klöcker, Geschäftsführer des Roten Kreuzes im Kreisverband Euskirchen, und von Aufsichtsratsmitglied Franz-Peter Schäfer, Inhaber der „Sportwelt Schäfer“ in Bad Münstereifel.

„Hier geht es um die Menschen – als Mitarbeiter und als Leistungsträger“, sagte Bernd Altgen, Vorstandsvorsitzender der VR-Bank Nordeifel eG und Aufsichtsratsvorsitzender der Dienstleistungsgenossenschaft Eifel DLG i.G.. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

„Hier geht es um die Menschen – als Mitarbeiter und als Leistungsträger“, sagte Bernd Altgen, Vorstandsvorsitzender der VR-Bank Nordeifel eG und Aufsichtsratsvorsitzender der Dienstleistungsgenossenschaft Eifel DLG i.G.. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Alle Mitglieder können sich einbringen

Das Männer-Trio hat die Aufsicht über den Frauen-Vorstand der Dienstleistungsgenossenschaft, der gebildet wird von Gisela Caspers (VR-Bank Nordeifel eG), Julia Klinkhammer (Heinen, L’homme, Weishaupt und Partner Steuerberater Partnerschaft mbB) und Doris Ley (Stiftung Evangelisches Alten- und Pflegeheim Gemünd). „Wir sind froh, dass wir so ein tolles Start-Team haben“, freute sich Bernd Altgen und fügte hinzu: „Aber es gibt noch genügend Möglichkeiten für alle Mitglieder, sich einzubringen.“

Mit bisher 41 teilnehmenden Unternehmen können schon zum Start mehr als 4.900 Mitarbeiter auf die Leistungen der Dienstleistungsgesellschaft zugreifen. So sollen Know-how und Nachfrage gebündelt werden: Anstatt das Rad neu zu erfinden, so Bernd Altgen, könnten die Firmen Ideen und Erfahrungen austauschen oder eben über die Genossenschaft Leistungen von außen einkaufen – natürlich zu möglichst guten Konditionen für alle. Altgen: „Gemeinsam haben wir eine ganz andere Durchschlagswirkung. Das ist eine Win-Win-Win-Situation für die Dienstleister, unsere Genossenschaftsmitglieder und deren Mitarbeiter.“

Ein Großteil der beteiligten Unternehmen war schon über die Familiengenossenschaft Nordeifel-Euskirchen miteinander verbunden. Die Dienstleistungsgenossenschaft hat das Angebot der Familiengenossenschaft nun im Bereich „Chancengleichheit und Diversity“ in ihr Konzept aufgenommen.

Angebote in der Region halten

So haben die Mitglieder weiterhin Zugriff auf die Online-Leistungen der Familiengenossenschaft und auf die telefonische Beratung. Für alle Fragen rund um Kinderbetreuung und Pflege werden sie aber jetzt direkt an die Anbieter aus der Region weitergeleitet: an das Rote Kreuz im Kreis Euskirchen (Kinderbetreuung) und an die Stiftung Evangelisches Alten- und Pflegeheim Gemünd (EvA). „Das ist unser Antrieb, vor allem regionale Anbieter einzubinden“, erklärte Gisela Caspers.

Für die Säule „Gesundheit“ stellte Gesundheitsmanager Thomas Artmann aus Königswinter eine mögliche Kooperation mit seinem Beratungs- und Trainingsunternehmen „Eudemos“ vor, das sich auf betriebliches Gesundheitsmanagement spezialisiert hat. Ziel sei es, das Gesundheitswissen der Mitarbeiter zu erhöhen, um sie sensibler für den eigenen Körper zu machen, denn: „Krankheiten fallen nicht vom Himmel, das ist ein Entwicklungsprozess.“

Mit „Eudemos“ könnten alle Mitglieder der Dienstleistungsgenossenschaft verschiedene Leistungen des Unternehmens in Anspruch nehmen. Dazu kann zum Beispiel die Betreuung im Krankheitsfall zur Verhinderung von Langzeiterkrankungen gehören, aber auch der Zugriff auf Lernfilme zur Gesundheitsvorsorge oder die Organisation von regionalen Kursangeboten. Ziel ist es, den Krankenstand in den beteiligten Unternehmen zu senken.

Vorstand und Aufsichtsrat der Dienstleistungsgenossenschaft Eifel DLG i.G. (von links): Gisela Caspers, Bernd Altgen, Doris Ley, Rolf Klöcker, Julia Klinkhammer und Franz-Peter Schäfer. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Vorstand und Aufsichtsrat der Dienstleistungsgenossenschaft Eifel DLG i.G. (von links): Gisela Caspers, Bernd Altgen, Doris Ley, Rolf Klöcker, Julia Klinkhammer und Franz-Peter Schäfer. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Musterbeispiel für andere Regionen?

Nach einer intensiven Abendveranstaltung in Schleiden zeigten sich die Vertreter der zusammengeschlossenen Unternehmen positiv überrascht über das dichte Konzept, das die Gremien der Genossenschaft bereits auf die Beine gestellt hatten.

„Ich habe jetzt einen guten Einblick bekommen in das, was daraus werden kann“, sagte Klaus Müller vom Tagungshotel Eifelkern. „Was Sie uns heute vorgestellt haben, übersteigt unsere Erwartungen bei Weitem“, erklärte auch Peter Jakobs von Weiss-Druck. Stefan Guhlke, Geschäftsführer der Lemm Werbeagentur: „Ich wollte wissen, was uns die Dienstleistungsgenossenschaft Eifel bringen kann – da bin ich jetzt schon einen großen Schritt weiter.“

Zum Abschluss der Veranstaltung betonte Bernd Altgen noch einmal, dass in der Genossenschaft jeder als Unternehmer selbst gefordert sei. „Sie können sich selbst die Frage stellen: Wie kann ich meine Ziele schneller erreichen – alleine oder in der Gemeinschaft?“

pp/Agentur ProfiPress




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