3. Juni 2016

Das Leben nach der Flucht

Shida Bazyar präsentiert am Dienstag, 14. Juni, um 20 Uhr bei der Lit.Eifel im Jünglingshaus, Neustraße 86, B-4700 Eupen ihren Roman „Nachts ist es leise in Teheran“

Eupen – Vier Familienmitglieder, vier Jahrzehnte, vier unvergessliche Stimmen. Aufwühlend und anrührend erzählt Shida Bazyar eine Geschichte, die ihren Anfang 1979 in Teheran nimmt und den Bogen spannt bis in die deutsche Gegenwart.

„Nachts ist es leise in Teheran“ heißt ihr Buch, aus dem die junge Autorin im Rahmen der Lit.Eifel am Dienstag, 14. Juni, um 20 Uhr, im Jünglingshaus, Neustraße 86, B-4700 Eupen liest. Ihr hochaktueller Roman vermittelt, wie es sich anfühlen muss, wenn man die Heimat fluchtartig verlassen und in der Fremde ein neues Leben aufbauen muss. Shida Bazyar betont dabei, dass das Werk zwar autobiografische Züge habe, aber keinesfalls eine Familienbiografie sei.

Die in Hermeskeil im Hunsrück geborene und aufgewachsene Schriftstellerin Shida Bazyar liest im Eupener Jünglingshaus aus ihrem hochgelobten Roman „Nachts ist es leise in Teheran“. Foto: Joachim Gern

Die in Hermeskeil im Hunsrück geborene und aufgewachsene Schriftstellerin Shida Bazyar liest im Eupener Jünglingshaus aus ihrem hochgelobten Roman „Nachts ist es leise in Teheran“. Foto: Joachim Gern

Ihre Eltern flohen als politische Aktivisten 1987 auf Grund der Auswirkung der Islamischen Revolution aus dem Iran. Shida Bazyar wurde 1988 in Hermeskeil im Hunsrück geboren. Sie studierte Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus in Hildesheim, bevor sie nach Berlin zog, um ein „Doppelleben“ zu führen: Halbtags ist sie Bildungsreferentin für junge Menschen, die ein Freiwilliges Ökologisches Jahr in Brandenburg machen, die verbleibende Zeit verbringt sie als Autorin. Neben Veröffentlichungen von Kurzgeschichten in Zeitschriften und Anthologien war sie Stipendiatin des Klagenfurter Literaturkurses 2012 und Studienstipendiatin der Heinrich-Böll-Stiftung.

Ihr Roman erzählt die Geschichte einer geflohenen Familie in Zehn-Jahres-Schritten, beginnend 1979, als Behsad, ein junger kommunistischer Revolutionär, nach der Vertreibung des Schahs für eine neue Ordnung kämpft. Er erzählt von geheimen Aktionen, funkenschlagender Hoffnung und davon, wie er in der literaturbesessenen Nahid die Liebe seines Lebens findet.

Zehn Jahre später in der deutschen Provinz: Behsad und Nahid sind nach der Machtübernahme der Mullahs mit ihren Kindern geflohen. Stunde um Stunde verbringen sie vor dem Radio und hoffen auf Neuigkeiten von den Freunden, die untertauchen mussten. Sie wollen zurückkehren, unbedingt, und suchen zugleich eine Heimat in der Fremde.

1999 reist deren Tochter Laleh gemeinsam mit ihrer Mutter nach Teheran. Zwischen Cafés, genannt „Kafishaps“, Schönheitsritualen und geflüsterten Geheimnissen lernt sie ein Land kennen, das sich nur schwer mit den Erinnerungen aus der Kindheit deckt. Ihr Bruder Mo beobachtet wiederum ein Jahrzehnt später belustigt die pseudoengagierten Demos der deutschen Studenten. Doch dann bricht die Grüne Revolution in Teheran aus und stellt seine Welt auf den Kopf.

Der Eintritt kostet neun, ermäßigt sechs Euro.

Alle Lit.Eifel-Termine und Vorverkaufsstellen gibt es im Internet unter www.lit-eifel.de.

pp/Agentur ProfiPress




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