21. April 2016

Tihange: „Die Abschaltung ist einen Schritt näher gerückt!“

Das Umdenken bei Bundesumweltministerin Barbara Hendricks unterstützt die klare Position der gesamten Region

Aachen/Kreis Euskirchen – Bereits im Februar hatte die Städteregion Aachen vor dem belgischen Staatsrat Klage gegen das Wiederhochfahren von Tihange 2 eingelegt. Zwischenzeitlichen haben sich über 60 Kommunen aus den Niederlanden, Luxemburg und Deutschland den Aktivitäten gegen gegen die belgischen Atomkraftwerke Tihange und Doel angeschlossen; darunter auch der Kreis Euskirchen und die Städte Köln, Düsseldorf und Maastricht. Erst vergangene Woche hatte auch das Land NRW erklärt, sich der Klage anzuschließen.

Städteregionsrat Helmut Etschenberg fühlt sich in seiner konsequenten Haltung bestätigt. „Noch vor wenigen Wochen hat man die Sorgen der Menschen in unserer Region nicht ernst genommen. Ich bin deshalb sehr froh, dass nunmehr auch bei der deutschen Umweltministerin ein Umdenken dazu geführt hat, gegenüber den belgischen Behörden zumindest den Wunsch zu äußern, Tihange 2 und Doel 3 abzuschalten.“ Beide Anlagen waren wegen tausender Risse in den Reaktordruckbehältern und etlichen Störfällen in die Schlagzeilen geraten.

Sie haben den Stein ins Rollen gebracht: Städteregionsrat Helmut Etschenberg (Mitte) hat am 29. Januar im Beisein der Rechtsanwälte Dr. Ute Jasper von der Kanzlei Heuking, Kühn, Lüer, Wojtek (Düsseldorf) und Tim Vermeir von der Kanzlei Blixt (Brüssel) erklärt, dass die Städteregion Aachen gegen Tihange 2 klagen wird. Foto: Andreas Herrmann/Städteregion Aachen/pp/Agentur ProfiPress

Sie haben den Stein ins Rollen gebracht: Städteregionsrat Helmut Etschenberg (Mitte) hat am 29. Januar im Beisein der Rechtsanwälte Dr. Ute Jasper von der Kanzlei Heuking, Kühn, Lüer, Wojtek (Düsseldorf) und Tim Vermeir von der Kanzlei Blixt (Brüssel) erklärt, dass die Städteregion Aachen gegen Tihange 2 klagen wird. Foto: Andreas Herrmann/Städteregion Aachen/pp/Agentur ProfiPress

„Letztlich hätte man es sich im Interesse der Menschen früher gewünscht, aber nun erkennt auch die unabhängige Reaktorsicherheitskommission und mit ihr die Bundesregierung: Tihange ist nicht sicher und muss vom Netz – besser heute als morgen“, so Etschenberg.

Es bleibe jetzt abzuwarten, ob die belgischen Behörden dem Wunsch der Ministerin nachkommen. „Bis zur Abschaltung der maroden Blöcke werden wir unseren Weg unbeirrt weitergehen“, erklärt Etschenberg. „Erst eine detaillierte Überprüfung und gründliche Untersuchung von unabhängigen Experten kann dazu beitragen, verlorenes Vertrauen in die Sicherheit der Reaktoren zurückzubringen.“ Solange wirbt Etschenberg bei den weit mehr als 60 Partnern der strategischen Allianz „Dreiländerregion gegen Tihange“ dafür, alle Möglichkeiten auszuschöpfen.

„Es ist ein großer Erfolg der kommunalen Ebene, dass nach dem Land NRW, das der Klage der StädteRegion Aachen beitritt, nun auch der Bund einen Kurswechsel vornimmt“, so Etschenberg. „Hier zeigt sich wieder einmal, dass man auf der kommunalen Ebene seinen eigenen Überzeugungen folgen muss und sich nicht von einer Landes- oder Bundesregierung in seinem Vorgehen beeinflussen lassen darf“, ist der Städteregionsrat überzeugt.

Als nächster bedeutender Schritt ist ein gemeinsamer Termin der Kommunen bei der EU-Kommission geplant. Ziel ist es, dem amtierenden EU-Kommissar für Energie Miguel Arias Cañete einen Fragenkatalog zu überreichen und ihn um Auskunft über die der Kommission vorliegenden Informationen in Sachen Tihange zu bitten. Die Gruppe wird in Brüssel von EU-Parlamentspräsident Martin Schulz empfangen. Der Termin soll im Mai stattfinden.

pp/Agentur ProfiPress

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