25. März 2016

Kampagne zu „tickenden Zeitbomben“

Kreis Euskirchen unterstützt Klage der Städteregion Aachen – Kampagne mit Unterstützung der Regionalverkehr Köln (RVK) – In 70 Bussen wird auf Problematik Aufmerksam gemacht

Eifel/ Kreis Euskirchen – Über 200.000 Menschen haben inzwischen eine Petition gegen das Atomkraftwerk in Tihange bei Lüttich unterschrieben. Der Reaktor ist gerade mal 125 Kilometer von Euskirchen entfernt, und es vergeht kaum eine Woche, in der nicht über Probleme und Pannen in dem altersschwachen Reaktor berichtet wird.

Sie fordern eine Stilllegung des "Pannenreaktors" im belgischen Tihange: Landrat Günter Rosenke (rechts) und RVK-Geschäftsführer Eugen Puderbach bei der Vorstellung der Plakat-Kampagne. Foto: Kreis Euskirchen/pp/Agentur ProfiPress

Sie fordern eine Stilllegung des “Pannenreaktors” im belgischen Tihange: Landrat Günter Rosenke (rechts) und RVK-Geschäftsführer Eugen Puderbach bei der Vorstellung der Plakat-Kampagne. Foto: Kreis Euskirchen/pp/Agentur ProfiPress

„Nach dem katastrophalen Unglück in Fukushima hat die Bundesregierung den schrittweisen Ausstieg aus der Atomkraft beschlossen“, so Landrat Günter Rosenke. „Bis 2022 sind alle AKWs in Deutschland vom Netz. Aber atomare Wolken machen bekanntlich vor Ländergrenzen nicht halt. Deshalb schauen wir mit großer Sorge nach Belgien. Dort steht ein Schrott-Reaktor, der eigentlich 2015 für immer stillgelegt werden sollte, aber im Dezember nach einem ominösen Genehmigungsverfahren wieder hochgefahren wurde.“ Dies beunruhige immer mehr Menschen auch im Kreis Euskirchen, der sich deshalb gegen den weiteren Betrieb der Anlage einsetzt.

Zum einen unterstützt der Kreis Euskirchen die Klage der StädteRegion Aachen gegen Tihange, zum anderen hat sich der Kreistag in einer Resolution eindeutig für die Stilllegung der Atomkraftwerke ausgesprochen. Aktuell startet der Kreis Euskirchen eine Kampagne, die er mit Unterstützung der Regionalverkehr Köln (RVK) durchführt. So wird ab sofort kreisweit in allen 70 Bussen der RVK und SVE (Stadtverkehr Euskirchen) mit Plakaten und Flyern auf die Problematik in Tihange und Doel aufmerksam gemacht und dazu aufgerufen, die Petition „Stoppt Tihange“ zu unterzeichen. Landrat Rosenke, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der RVK ist, und RVK-Geschäftsführer Eugen Puderbach informierten im Rahmen einer Pressekonferenz über die Kampagne.

Sie fordern eine Stilllegung des "Pannenreaktors" im belgischen Tihange: Landrat Günter Rosenke (links) und RVK-Geschäftsführer Eugen Puderbach bei der Vorstellung der Plakat-Kampagne. Foto: Kreis Euskirchen/pp/Agentur ProfiPress

Sie fordern eine Stilllegung des “Pannenreaktors” im belgischen Tihange: Landrat Günter Rosenke (links) und RVK-Geschäftsführer Eugen Puderbach bei der Vorstellung der Plakat-Kampagne. Foto: Kreis Euskirchen/pp/Agentur ProfiPress

„Neben juristischen und politischen Initiativen ist es logisch, dass wir alle weiteren Möglichkeiten nutzen und auch kommunale Unternehmen wie die RVK einbinden“, sagte Landrat Rosenke. So wird in allen 53 Bussen der RVK und in den 17 Bussen der SVE, die im Kreis Euskirchen unterwegs sind, mit Plakaten und Flyern auf die „tickenden Zeitbomben“ in Tihange und Doel hingewiesen. „Auf diesem Weg erreichen wir Tag für Tag viele tausend Menschen“, so Landrat Rosenke.

„Die RVK engagiert sich in hohem Maße im Klima- und Umweltschutz“, betont Eugen Puderbach. Beispielsweise wird der Fuhrpark durch Fahrzeuge mit umweltfreundlichen Antrieben erneuert, ab 2030 sollen ausschließlich emissionsfreie Busse angeschafft werden. „Aber was nützt es, wenn wir uns für die Umwelt engagieren und dabei Zustände tolerieren, durch die Millionen Menschen gefährdet sind“, so Puderbach mit Blick auf die Pannenreaktoren in Belgien. „Es geht jetzt darum, die Öffentlichkeit weiter für dieses brisante Thema zu sensibilisieren. Wir tragen schließlich alle Verantwortung für unsere Region“, so der Landrat abschließend.

pp/Agentur ProfiPress

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