9. Dezember 2015

Helmut Weber ist tot

Eifel-Liberaler war mit Otto Graf Lambsdorff und Burkhard Hirsch befreundet – Leitender Bundespost-Funktionär, Politiker, engagierter Kirchenmann, jahrzehntelanger Weggefährte der Communio in Christo und ihrer Gründerin Mutter Marie Therese, Geschäftsführer des Sozialwerks der Communio-Pflegeeinrichtungen in Mechernich und Blankenheim und des Hospizes Stella Maris starb im Alter von 86 Jahren nach langer schwerer Krankheit – Auferstehungsmesse und Beisetzung kommenden Montag, 14. Dezember, um 14 Uhr

Mechernich/Eifel – Helmut Weber ist tot. Der frühere leitende Bundespost-Funktionär aus der Eifel, liberale Mechernicher Stadtrats- und Euskirchener Kreistags-Fraktionsvorsitzende, FDP-Bundesparteivorstand, engagierte Kirchenmann, jahrzehntelange Weggefährte der Communio in Christo und ihrer Gründerin Mutter Marie Therese, Geschäftsführer des Sozialwerks der Communio-Pflegeeinrichtungen in Mechernich und Blankenheim und des Hospizes „Stella Maris“ in Mechernich starb in der Nacht auf Samstag im Alter von 86 Jahren nach langer schwerer Krankheit.

Auferstehungsmesse und Beisetzung finden kommenden Montag, 14. Dezember, ab 14 Uhr statt. Die Heilige Messe wird in der Kapelle der Communio in Christo, Bruchgasse, in Mechernich gefeiert, anschließend findet die Verabschiedung in der Friedhofshalle auf dem Mechernicher Friedhof statt. Dann werden die sterblichen Überreste des 86-Jährigen im Familiengrab an der Seite seiner geliebten Ehefrau Agnes beigesetzt.

„Die Stadt Mechernich verliert mit Helmut Weber einen aufrechten und geradlinigen Mann, der sich zeitlebens für das Gemeinwohl und den Nächsten eingesetzt hat“, sagte Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick. Der erste Bürger hatte Helmut Webers bedeutende Rolle bei der Stadtwerdung Mechernichs vor 40 Jahren zuletzt beim Neujahrsempfang 2015 und beim Festakt zum Stadtjubiläum am 2. Oktober nachdrücklich gewürdigt.

Pfarrer Karl-Heinz Haus, der Generalsuperior der geistlichen gemeinschaft „Communio in Christo“ mit Mutterhaus in Mechernich und enge Freund Helmut Webers, würdigte „die Lauterkeit seiner ganzen Persönlichkeit, die es ihm erlaubt hat, gegen alle Anfeindungen konsequent für Mutter Marie-Therese und ihre Priester einzutreten.“ Weber habe den Aufbau des Sozialwerks in seiner heutigen Form mit über 200 zum Teil schwer pflegebedürftigen Schützlingen und dem Sterbehospiz „Stella Maris“ sowie heute 300 Beschäftigten überhaupt erst ermöglicht.

Engagement gegen alle Skepsis und Widerstände

Die geistlichen Impulse zu diesem außergewöhnlichen Werk der Nächstenliebe seien zwar ausnahmslos und spontan aus den charismatischen Gotteserfahrungen Mutter Marie Thereses erwachsen, aber Helmut Weber habe sich ihrer stets aus großem Vertrauen auf Gott und Mutter Marie Therese engagiert und pragmatisch angenommen.

Generalsuperior Haus erinnerte anlässlich des Todes von Helmut Weber auch an sein Engagement für die Hospizbewegung in Deutschland und seine Mitarbeit in der Bundesarbeitsgemeinschaft Hospiz. Mechernich sei nach Aachen das dritte Hospiz überhaupt in ganz Deutschland gewesen, das seine segensreiche Arbeit aufnahm.

Der Verstorbene war 1976 ein angesehener Mann in Mechernich. Er war Vorsitzender des Pfarrgemeinderates, des regionalen und diözesanen Pastoralrates des Bistums Aachen, Mechernicher Stadtrats- und Kreistags-Fraktionsvorsitzender und Beamter in leitender Funktion bei der Deutschen Bundespost.

Im Januar 1980 gab Helmut Weber spontan alle diese politischen Ämter auf, um sich ganz in den Dienst der Gründerin Mutter Marie Therese und ihres Sozialwerks zu stellen. In der Mechernicher Kommunalpolitik gab es unter anderem Hohn und Spott für den früher auch wegen seines starken Einflusses auf NRW-Landes- und Bundesebene bewunderten Helmut Weber, den seine Gegner um die Wende 1977/1978 kurzerhand für religiös übermotiviert erklärten. Weber war im Bundesvorstand seiner Partei und mit Bundeswirtschaftsminister Otto Graf Lambsdorff und NRW-Innenminister Burkhard Hirsch persönlich befreundet.

Manche verstanden überhaupt nicht, dass sich Weber aus dem Ram-penlicht seiner öffentlichen Ämter immer mehr zurückzog, andere diskriminierten ihn wegen seines religiös motivierten Schrittes in die Stille des Klosters einer christlichen Gemeinschaft. Wieder andere, wie seine Parteifreunde auf Landes- und Bundesebene, hielten zu ihm – und boten sogar Hilfe an.

Bibelaussagen waren plötzlich Gegenstand eigener Erfahrungen

Helmut Weber: „Ich war fest entschlossen, diese heiligmäßige Frau zu verteidigen, sie zu beschützen und erforderlichenfalls für sie zu kämpfen und dadurch auch ihre Existenz in Mechernich zu garantieren.“ Helmut Weber, der ehedem nüchterne, liberale, bodenständig gefestigte Katholik, der sich selbst zu der Zeit als eher „lauen Christen“ wahrnahm, machte an der Seite von Mutter Marie Therese eine existenzielle religiöse Erfahrung: „Was ich bis dahin aus der Bibel als Handlung im historischen Rahmen zu lesen gewöhnt war, war plötzlich Gegenstand meiner eigenen direkten Erfahrung mit ihr.“

In einem Interview mit dem Redakteur und Diakon Manfred Lang sagte Helmut Weber vor einigen Jahren, er würde sich wünschen, dass man sich kirchlicherseits offensiv, offen und vorurteilsfrei mit dem Phänomen der Gründung der Communio in Christo beschäftigt. Wie Mutter Marie Therese mit ihrer Gründung Zeugnis für die dogmatische Dimension des Zweiten Vatikanischen Konzils ablegen sollte, so auch für die Möglichkeit göttlichen Eingreifens in und durch Menschen hier und heute. Mutter Marie Therese habe sich ganz von Gott führen lassen, so Helmut Weber.

Mutter Marie Therese habe der Kirche in der Gründung der Communio in Christo ein Bild jener nachkonziliaren Kirche gegeben, wie sie hätte werden sollen: Eine Kirche der tätigen Nächstenliebe, die die Dekrete und Beschlüsse dieses geistgewirkten Konzils konsequent umsetzt und als Gemeinschaft in Christus mit allen Menschen lebt.

pp/Agentur ProfiPress

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