8. Dezember 2015

Auszeichnung für „Wildnis-Trail“

Wanderangebot im Nationalpark Eifel wird Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt Wildnis-Trail im Nationalpark Eifel nach wie vor beliebt – Wildnis-Trail auch als Geschenk unterm Weihnachtsbaum – Zusammenarbeit unterschiedlicher Akteure gelobt

Eifel/ Schleiden – Das Wanderangebot „Wildnis-Trail – in 4 Tagen durch den Nationalpark Eifel“ wurde heute im Heilsteinhaus im Nationalparkort Simmerath-Einruhr als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt gewürdigt. Die Auszeichnung überreichte Professor Karl-Heinz Erdmann vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) im Namen der Geschäftsstelle der UN-Dekade.

„Diese Ehrung wird an Projekte verliehen, die sich in nachahmenswerter Weise für die Erhaltung der biologischen Vielfalt einsetzen. Der Jury stach beim Wildnis-Trail insbesondere die gute Zusammenarbeit unterschiedlichster Akteure ins Auge“, lobte Professor Erdmann bei der Auszeichnung. Erdmann betonte gleichzeitig, dass sich die Menschen zunehmend nach Wildnis sehnen und die Wanderer auf dem Wildnis-Trail die spannenden Prozesse der Wildnisentwicklung im Nationalpark Eifel hautnah erleben können. Die im letzten Jahr vom BfN veröffentlichte Naturbewusstseinsstudie hatte ergeben, dass zwei Drittel der Deutschen Natur umso attraktiver finden, je wilder sie ist.

Über die Auszeichnung des Wildnis-Trails als UN-Dekade Projekt „Biologische Vielfalt“ durch Professor Karl-Heinz Erdmann vom Bundesamt für Naturschutz (r) freuen sich (v. r.): Initiator des Wildnis-Trails Michael Lammertz, Nationalparkverwaltung Eifel; Cornelia Freuen und Annika Semmler Buchungsstelle Wildnis-Trail, Monschauer Land Touristik; Marion Müller und Karin Birkhoff, Geschäftsführerin bzw. Sprecherin der Angebotsgruppe Nationalpark-Gastgeber; Gotthard Kirch, Entwickler des Bildungsur-laubs zum Wildnis-Trail, Rureifel-Tourismus. Foto: Nationalparkverwaltung Eifel/A. Simantke

Über die Auszeichnung des Wildnis-Trails als UN-Dekade Projekt „Biologische Vielfalt“ durch Professor Karl-Heinz Erdmann vom Bundesamt für Naturschutz (r) freuen sich (v. r.): Initiator des Wildnis-Trails Michael Lammertz, Nationalparkverwaltung Eifel; Cornelia Freuen und Annika Semmler Buchungsstelle Wildnis-Trail, Monschauer Land Touristik; Marion Müller und Karin Birkhoff, Geschäftsführerin bzw. Sprecherin der Angebotsgruppe Nationalpark-Gastgeber; Gotthard Kirch, Entwickler des Bildungsur-laubs zum Wildnis-Trail, Rureifel-Tourismus. Foto: Nationalparkverwaltung Eifel/A. Simantke

Neben dem Schutz der Natur haben Nationalparke auch die Aufgabe, der Bevölkerung attraktive Naturerlebnisse zu ermöglichen. Werden solche Naturerlebnisangebote gemeinsam mit Vertretern aus Naturschutz und Tourismus entwickelt, entsteht eine Win-Win-Situation: Die Angebote lenken die Besucher so, dass ökologisch sensible Bereiche geschützt werden. Gleichzeitig liefern sie Impulse für die Tourismusentwicklung in der Region.

„Eines meiner intensivsten Naturerlebnisse war die Durchwanderung des gesamten Yosemite Nationalparks in Kalifornien 1989“, so Michael Lammertz von der Nationalparkverwaltung Eifel und Initiator des Wildnis-Trails. „Mit der Entwicklung des Wildnis-Trails – der vollständigen Durchquerung des Nationalparks Eifel von einem zum anderen Ende – wollte ich den Gästen unseres Nationalparks ebenfalls ein solches »Gipfelerlebnis« ermöglichen, natürlich heruntergebrochen auf unsere Verhältnisse.“ Ein weiteres Ziel war es, die gesamte landschaftliche Vielfalt des Nationalparks entlang dieser Wanderstrecke aufzuzeigen.

Entlang des Wildnis-Trails lassen sich die entstehenden Prozesse hin zu Wildnis be-obachten, wie hier auch teils alte Buchenwälder. (Foto: Nationalparkverwaltung Ei-fel/A. Simantke)

Entlang des Wildnis-Trails lassen sich die entstehenden Prozesse hin zu Wildnis be-obachten, wie hier auch teils alte Buchenwälder. (Foto: Nationalparkverwaltung Eifel/A. Simantke)

In den Jahren 2004 bis 2007 haben Vertreter unterschiedlicher Interessensgruppen aus der Eifel das viertägige Wanderangebot Wildnis-Trail entwickelt. Das 2004 von Lammertz gegründete und koordinierte Projektteam bestand aus Partnern aus der Region, wie die drei den Nationalpark umgebenden Touristischen Arbeitsgemeinschaften, die zertifizierten Nationalpark-Gastgeber und Nationalpark-Waldführer, der Eifelverein, Vertreter des ÖPNVs, Buchautoren, ein Verlag sowie Studierende der Fächer Angewandte Freizeitwissenschaften, Foto-Design, Grafik-Design und Geographie. Diese vielfältige und erfolgreiche Kooperation hatte die Juroren des UN-Dekade-Wettbewerbs sehr beeindruckt.

Die 85 Kilometer lange Strecke vom südlichen Ende in Monschau-Höfen bis zur nördlichen Spitze in Hürtgenwald-Zerkall führt in vier Tagesetappen längs durch den Nationalpark, markiert mit einem stilisierten Wildkatzenkopf. Wanderstrecken zwischen 18 und 25 Kilometern Länge machen dabei sämtliche Landschaften und Lebensräume des Großschutzgebietes erlebbar. Das Wandererlebnis ist auch als Arrangement mit Übernachtungen und Shuttle zum Ausgangspunkt buchbar. Der Monschauer Land Touristik e.V. – seit Dezember 2014 Partnerbetrieb von “Viabono” – verkauft das zugehörige touristische Paket. Buchbare Zusatzoptionen sind Gepäcktransport, Begleitung durch einen Nationalpark-Waldführer und Vorschläge für „Faulenzertage“. Gotthard Kirch, Geschäftsführer der Rureifel-Tourismus e.V. bietet den Wildnis-Trail in Kooperation mit verschiedenen Bildungsträgern als Bildungsurlaub an. Den Bildungsurlaub gibt es auch klimaneutral. www.wildnis-trail.de

Mehr als 4.000 Wanderer haben das Arrangement zum Wildnis-Trail seit seiner Ein-führung Ende 2007 gebucht. Die 85 Kilometer lange Strecke führt einmal von Süd nach Nord durch den Nationalpark Eifel und zeigt die gesamte Vielfalt seiner Land-schaftstypen auf. Foto: Nationalparkverwaltung Eifel/L. Voigtländer

Mehr als 4.000 Wanderer haben das Arrangement zum Wildnis-Trail seit seiner Ein-führung Ende 2007 gebucht. Die 85 Kilometer lange Strecke führt einmal von Süd nach Nord durch den Nationalpark Eifel und zeigt die gesamte Vielfalt seiner Land-schaftstypen auf. Foto: Nationalparkverwaltung Eifel/L. Voigtländer

Der Wildnis-Trail ist nach wie vor ein Erfolgsprodukt. „Über die Hälfte der Gäste kommt wegen des Wildnis-Trails in den Nationalpark, die waren vorher noch nie hier und sind echte Neukunden“, freut sich Cornelia Freuen von der Buchungsstelle für den Wildnis-Trail von der Monschauer Land Touristik, über den hohen Zuspruch. Aktuell haben 4.000 Gäste das Arrangement Wildnis-Trail gebucht. 96 % befragter Teilnehmer würden den Trail weiterempfehlen. Gut für alle, die noch kein geeignetes Geschenk für den Weihnachtsbaum haben: Besonders beliebt waren in den vergangenen Jahren Gutscheine mit dem buchbaren Arrangement. Sozusagen „Wildnis(-Trail) unterm Weihnachtsbaum“.

Neben einer Urkunde und einem Auszeichnungsschild erhält die Nationalparkverwaltung Eifel einen „Vielfalt-Baum“, der symbolisch für die bunte Vielfalt und einzigartige Schönheit der Natur steht, zu deren Erhaltung der Wildnis-Trail einen wertvollen Beitrag leistet. Ab sofort wird das Projekt auf der deutschen UN-Dekade-Webseite unter www.undekade-biologischevielfalt.de vorgestellt.

Bereits 2013 war der Wildnis-Trail das Best-Practice-Beispiel bei der Auszeichnung der Eifel mit dem Sonderpreis Biodiversität im Bundeswettbewerb Nachhaltige Tourismusregionen von Bundesumweltministerium und Deutschem Tourismusverband.

pp/Agentur ProfiPress

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