11. November 2015

Vier Haselmäuse für den Nationalpark

Schlafmaus-Forschungsprojekt in Kooperation mit Bonner Museum König

Eifel – In einem Projekt mit dem Zoologischen Forschungsmuseum Alexander König in Bonn wird der Bestand von Schlafmausarten im Nationalpark Eifel untersucht. Eine Art konnte jetzt mehrfach nachgewiesen werden: die Haselmaus.

Sie hat es sich schon gemütlich gemacht in ihrem Holzkasten, hat ein Nest aus Blättern und Federn gebaut, um dort eingerollt als Kugel den Winter durchzuschlafen. Doch kurz vor der langen Winterpause gibt es noch einmal Besuch für die Haselmaus: Mitarbeiter des Bonner Forschungsmuseums König und der Nationalparkverwaltung Eifel kontrollieren die zirka 40 Schläferkästen, die sie im Rahmen des gemeinsamen Schlafmaus-Projektes aufgehängt haben. Gleich viermal sind sie dabei auf die seltene Haselmaus gestoßen.

Die Haselmaus in ihrem Winterquartier aus Blättern, Federn und Moosen im Nationalpark Eifel. Foto: Nationalparkverwaltung Eifel/S. Twietmeyer

Die Haselmaus in ihrem Winterquartier aus Blättern, Federn und Moosen im Nationalpark Eifel. Foto: Nationalparkverwaltung Eifel/S. Twietmeyer

Die gehört neben dem Sieben-, Garten- und Baumschläfer zu den in Deutschland vorkommenden Schlafmäusen oder Bilchen, die alle einen langen und tiefen Winterschlaf von Oktober bis April halten. Die Haselmaus ist der kleinste mitteleuropäische Schläfer, etwas größer als eine Hausmaus, mit hellbraunem bis ockerfarbenem Fell, großen dunklen Augen und einem acht Zentimeter langen Schwanz. Sie bewohnt Laub- und Mischwälder und fühlt sich besonders in den strukturreichen Bachtälern des Nationalparks Eifel wohl. Dort bewegt sie sich kletternd durch das dichte Gebüsch, auf der Suche nach Unterschlupf und Nahrung, wie Haselnüssen oder Eicheln.

Als Art der europäischen Fauna- Flora-Habitat-Richtlinie muss ihr Vorkommen in allen Mitgliedsstaaten beobachtet werden; über längere Monitoring-Zeiträume lassen sich dann Aussagen über eine Zu- oder Abnahme der Bestände machen. Dazu kontrollieren die Forscher unter anderem im Nationalpark im Herbst und Frühjahr die speziellen Schläferkästen, deren Einstiegsloch auf der Rückseite des Kastens liegt, damit Vögel sie nicht als Nistkasten anfliegen können.

Irgendwann, so hoffen die Biologen vom Museum König und von der Nationalparkverwaltung, finden sie dort vielleicht auch den Siebenschläfer oder Gartenschläfer vor. Doch in diesem Winter ist die Haselmaus Hauptmieterin. In den kommenden Monaten wird sie ihre Körpertemperatur von 37 Grad auf bis zu null Grad absenken, ihren Herzschlag auf ein Zehntel des normalen Tempos verlangsamen und nur noch alle fünf Minuten einen Atemzug machen – bis sie dann im kommenden Frühling langsam aufwacht und erneut Besuch von den Schlafmaus-Forschern bekommen wird.

pp/Agentur ProfiPress

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