22. September 2015

Den Postboten überrascht

Peter Evertz stellt seit nunmehr 25 Jahren in Kall-Wahlen Briefe und Pakete zu – Dorfbevölkerung organisierte ein großes Danke-Fest für die „Deutsche Peterspost“ – Ständchen der „Stehtischmusikanten“, Umzug und Buffet im Bürgerhaus

Nordeifel/Kall-Wahlen – Dass die Wahlener stets für eine Überraschung gut sind, haben sie in der Vergangenheit schon mehrfach bewiesen. Diesmal war es der Postbote Peter Evertz, der von den Dorfbewohnern derart überrascht wurde, dass ihm die Spucke wegblieb. Weil er seit nunmehr 25 Jahren als Postzusteller im Kaller Ortsteil Wahlen tätig ist, hatten seine „Kunden“ ohne sein Wissen ein großes Fest organisiert – mit Musik, einem Umzug durch den Ort und einem reichlich bestückten Buffet im Bürgerhaus.

Mit dieser geheim gehaltenen Aktion wollte sich die Dorfgemeinschaft auf eine recht spektakuläre Weise bei ihrem treuen Zusteller, den man in Wahlen liebevoll „Peterspost“ nennt, bedanken. Seit dem 1. September 1990 trägt Peter Evertz tagtäglich, bei Wind und Wetter, bei Schnee und Eis, in Wahlen Briefe und Pakete aus. Marianne Rosenbaum, die Chef-Organisatorin der Aktion: „Peter ist so pünktlich, dass man fast die Uhr nach ihm stellen könnte“. Und deshalb hatten sich die Wahlener zum 25-Jährigen etwas ganz besonderes ausgedacht. Generalstabsmäßig wurde ein Fest organisiert, das wochenlang als geheime Kommandosache behandelt wurde.

Der Postbote Peter Evertz trägt seit nunmehr 25 Jahren in die Post aus. Die Dorfbevölkerung bedankte sich mit viel Applaus und einem Dankeschön-Überraschungsfest. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Der Postbote Peter Evertz trägt seit nunmehr 25 Jahren in die Post aus. Die Dorfbevölkerung bedankte sich mit viel Applaus und einem Dankeschön-Überraschungsfest. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Und darum war Peter Evertz am zweiten September-Samstag völlig „platt“, als er gegen 12.30 Uhr die Post im Getränkeshop Rosenbaum zustellen wollte und dort im Hof vor dem Geschäft lautstark mit einem „Hoch soll er leben“ von der Musikkapelle „Stehtischmusikanten“ und dem Beifall einer 70-köpfigen Gratulanten-Schar empfangen wurde. Unter den Gratulanten waren auch Evertz‘ Ehefrau Brunhilde und Tochter Nina. Sie waren zuvor in die Aktion eingeweiht worden, hatten aber wie auch alle anderen Wahlener bis zur letzten Sekunde „dicht“ gehalten.

Überraschung für einen treuen Dienstleister: Peter Evertz trägt seit nunmehr 25 Jahren in Wahlen die Post aus. Jetzt wurde er von der Dorfbevölkerung geehrt. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Überraschung für einen treuen Dienstleister: Peter Evertz trägt seit nunmehr 25 Jahren in Wahlen die Post aus. Jetzt wurde er von der Dorfbevölkerung geehrt. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Marianne Rosenbaum, die die Aktion mit einigen Mistreiterinnen und Helfern in ihrem Getränkeshop „ausgeheckt“ hatte, eröffnete dem völlig überraschten Postboten, dass sein Arbeitstag als „Peterspost“ nun beendet sei und stattdessen sein Zusteller-Jubiläum im Bürgerhaus gefeiert werde. Auf seine Frage „un wat es met de Poss?“, konnten die Wahlener ihn beruhigen. Mit dem in Wahlen wohnenden Ehepaar Anja und Ralf Schumacher, beide als Zusteller bei der Deutschen Post DHL beschäftigt, hatten Rosenbaum & Co für professionellen Ersatz gesorgt. Zur Dienstübernahme standen beide in ihrem Post-Outfit parat. Noch immer fassungslos von dem Geschehen übergab Evertz den Autoschlüssel an Ralf Schumacher und zeigte ihm die vielen Briefe und Pakete die noch zugestellt werden mussten.

Mit seiner Tochter Nina wurde Peter Evertz in der Esel-Kutsche zum Bürgerhaus gefahren, wo er von seiner "Kundschaft" erwartet wurde. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Mit seiner Tochter Nina wurde Peter Evertz in der Esel-Kutsche zum Bürgerhaus gefahren, wo er von seiner “Kundschaft” erwartet wurde. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Mitorganisator Ralf Klöckner hatte den ahnungslosten Peter Evertz vor einigen Wochen vor seinem gelben Dienstfahrzeug fotografiert. Von diesem Foto hatten die Wahlener ein großes Poster anfertigen lassen mit der Aufschrift „Deutsche Peterspost – 25 Jahre“ sowie einem fettgedruckten „Danke“.

Nonstop spielten die „Stehtischmusikanten“ vor dem Getränkemarkt, ehe sich der Umzug mit der Musikkapelle und der Gratulantenschar in Richtung Bürgerhaus in Bewegung setzte. Peter Evertz und seine Tochter Nina brauchten nicht zu Fuß zu gehen. Sie wurden in einer kleinen, mit Posthörnern verzierten und von zwei Eseln gezogenen Kutsche durch den Ort gefahren. Zuschauer am Straßenrand klatschten ihrem beliebten Postboten Beifall.

Weitere Gratulanten warteten am Bürgerhaus auf die Ankunft des Jubilares. Im Bürgerhaus selbst waren die Tische festlich gedeckt, eine Thekenmannschaft stand zur Bewirtung der Gäste mit Freibier parat. Zum Mittagesssen hatten Wahlener Frauen ein warmes Buffet hergerichtet. Nachmittags gab zur Musik der „Stehtischmusikanten“ Kaffee und Kuchen.

„Danke! Deutsche Peterspost - 25 Jahre“ steht auf dem großen Poster, das die Dorfgemeinschaft für ihren Postboten angefertigt hatten. Anja und Ralf Schumacher standen in Postuniform parat, um die weitere Postzustellung im Ort für ihren Kollegen zu übernehmen. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

„Danke! Deutsche Peterspost – 25 Jahre“ steht auf dem großen Poster, das die Dorfgemeinschaft für ihren Postboten angefertigt hatten. Anja und Ralf Schumacher standen in Postuniform parat, um die weitere Postzustellung im Ort für ihren Kollegen zu übernehmen. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

„Ich bin total überwältigt“, bedankte sich Peter Evertz bei den Wahlener, die er alle bestens kennt. Er habe absolut nichts von dieser Überraschung gewusst. „Die haben alle ganz schön dicht gehalten“, so Evertz.

Seit 42 Jahren steht Evertz im Dienst der Post. Seit nunmehr 25 Jahren ist er für die Zustellung in Urft, Steinfeld und Wahlen zuständig. Im vergangenen Jahr habe er zwar einmal beiläufig verlauten lassen, dass er in diesem September auf seine 25-jährige Tätigkeit als Postbote in Wahlen zurückblicken könne. Evertz: „Ich hatte gedacht, das hätten die längst vergessen“. Nun wurde „Peterspost“ eines Besseren belehrt. „Jetzt weiß ich auch, weshalb der Ralf das Foto von mir vor dem Postauto gemacht hat.“

pp/Agentur ProfiPress




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