10. September 2015

„Vom Himmel gesegnet“

Eifeler von hüben und drüben der deutsch-belgischen Grenze auf Marienwallfahrt – Wir begleiteten eine Pilgergruppe aus dem Mechernicher Süden, die mit „Schäfer Reisen“ und Gemeindereferentin Elke Jodocy auf Wallfahrt nach Banneux ging

Mechernich/Banneux – 2000 Deutschsprachige, Eifeler von dies- und jenseits der deutsch-belgischen Grenze, Flamen und Wallonen stimmen „Maria zu lieben“ an, gleichzeitig, aber jeder in seiner Landessprache. Mitten im babylonischen Sprachgewirr der großen Wallfahrtskirche von Banneux singen knapp 50 Eifeler aus der GdG St. Barbara am Mechernicher Bleiberg mit. Unter ihnen eine Reporterin der Agentur ProfiPress, die die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Zukunftsinitiative Eifel begleitet.

Vom Himmel regnete es Bindfäden, doch das tat der guten Stimmung der Eifeler keinen Abbruch: In bester Laune und mit Regenschirmen bewaffnet begaben sie sich zur Quelle für die Kranken aller Nationen. Foto: Hanna Loben/pp/Agentur ProfiPress

Vom Himmel regnete es Bindfäden, doch das tat der guten Stimmung der Eifeler keinen Abbruch: In bester Laune und mit Regenschirmen bewaffnet begaben sie sich zur Quelle für die Kranken aller Nationen. Foto: Hanna Loben/pp/Agentur ProfiPress

Es goss in Strömen, vom Himmel hoch. Sowohl vor der Abfahrt in Mechernich, als auch nach der Ankunft im belgischen Marien-Wallfahrtsort Banneux. Was Wallfahrtsleiter und Pfarrer Leo Palm zu der Bemerkung veranlasste: „Heute werdet Ihr reichlich gesegnet – vom Himmel selbst“.

„Das ist alles Weihwasser, das vom Himmel fällt“, scherzte Leo Palm, der geistliche Leiter der Banneux-Wallfahrt. Auch die Mechernicher wurden reichlich vom Himmel gesegnet. Doch das schlechte Wetter war nicht das Problem; die schwindende Teilnehmerzahl machte den Pilgern mehr Kummer. Foto: Hanna Loben/pp/Agentur ProfiPress

„Das ist alles Weihwasser, das vom Himmel fällt“, scherzte Leo Palm, der geistliche Leiter der Banneux-Wallfahrt. Auch die Mechernicher wurden reichlich vom Himmel gesegnet. Doch das schlechte Wetter war nicht das Problem; die schwindende Teilnehmerzahl machte den Pilgern mehr Kummer. Foto: Hanna Loben/pp/Agentur ProfiPress

Mit Regenschirmen bewaffnet, startete die Pilgergruppe aus dem südlichen Teil der Gemeinschaft von Gemeinde St. Barbara Mechernich ihre alljährliche Pilgerfahrt zur „Jungfrau der Armen“. Die Leitung hatte Gemeindereferentin Elke Jodocy. Unterwegs wurde im modernen Reisebus von „Schäfer-Reisen“ viel gebetet.

In der großen Wallfahrtskirche „Jungfrau der Armen“ kamen die Mechernicher nachmittags mit rund 2000 weiteren Pilgern aus dem deutschsprachigen Ostbelgien, Flandern, der Wallonie, Asien und Afrika zusammen, um die Kranken segnen zu lassen. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

In der großen Wallfahrtskirche „Jungfrau der Armen“ kamen die Mechernicher nachmittags mit rund 2000 weiteren Pilgern aus dem deutschsprachigen Ostbelgien, Flandern, der Wallonie, Asien und Afrika zusammen, um die Kranken segnen zu lassen. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

„Früher sind wir mit drei bis vier Bussen allein aus Kallmuth gefahren“, beklagte sich eine Pilgerin. Heute waren in dem großen Bus noch viele Plätze unbesetzt. Sorge darüber, dass dies die letzte Fahrt nach Banneux gewesen sein könnte, machte sich breit.

Endlich mal im Trockenen: Die Mechernicher beim Gruppenbild nach der Messe in der Wallfahrtkirche „Jungfrau der Armen“. Foto: Hanna Loben/pp/Agentur ProfiPress

Endlich mal im Trockenen: Die Mechernicher beim Gruppenbild nach der Messe in der Wallfahrtkirche „Jungfrau der Armen“. Foto: Hanna Loben/pp/Agentur ProfiPress

An dem Wallfahrtsort soll im Jahr 1933 der damals elfjährigen Mariette Beco insgesamt acht Mal die Gottesmutter Maria erschienen sein. Bei einer ihrer Erscheinungen soll Maria auf eine kleine Quelle gedeutet und erklärt haben, dass diese Quelle für alle Nationen und Kranken sei. Seit dem kommen jährlich Tausende Pilger aus aller Welt, vor allem aus Deutschland, Frankreich und den Benelux-Staaten. Viele nehmen Wasser aus der Quelle mit heim.

In Flaschen und Kanistern füllen die Pilger das Wasser aus der „Quelle für die Kranken aller Nationen“ ab. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

In Flaschen und Kanistern füllen die Pilger das Wasser aus der „Quelle für die Kranken aller Nationen“ ab. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Unterschiedliche Gebete und Meditationsformen ausprobiert

Gemeindereferentin Elke Jodocy gestaltete die Busfahrt nach dem diesjährigen Wallfahrtsthema von Banneux, „Herr, lehre uns beten“. Sie stellte den Pilgern verschiedene Gebetsformen vor. Darunter die traditionellen Gebete, wie das „Vater unser“ und den Rosenkranz. Aber auch das Beten mit dem Leib, bei dem man sich bewusst entspannt und seinen Körper wahrnimmt. Oder das Herzensgebet, dessen Ziel es ist, eine Einheit mit Jesus zu finden. „Irgendwann beten wir nicht mehr, es betet in uns“, erklärt Jodocy.

Wer weiß um die Intentionen, mit denen die Wallfahrer ihre Kerzen im Heiligtum von Banneux anzünden? Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Wer weiß um die Intentionen, mit denen die Wallfahrer ihre Kerzen im Heiligtum von Banneux anzünden? Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Als die Mechernicher den Wallfahrtsort erreichten, regnete es Bindfäden, doch das tat der guten Stimmung keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil, die Eifeler nahmen das schlechte Wetter mit Humor. Auch Leo Palm, Rektor und geistlicher Leiter der Wallfahrt, begegnete der Sintflut mit Witz: „Das ist alles Weihwasser, das vom Himmel regnet.“

Während des Gottesdienstes hörte man den Regen stetig auf das Dach der großen modernen Kirche „Jungfrau der Armen“ prasseln. Die Gottesmutter Maria habe 1933 ein Zeichen gegen den sich abzeichnenden Rassenwahn und Völkermord der Nazis gesetzt, indem sie Mariette die Quelle der Nationen gezeigt habe, so Leo Palm: „Hitler war keineswegs davon überzeugt, dass die Menschen aller Nationen gleichwertig seien. Maria hat dem in Banneux ihr »Nein« entgegengesetzt.“

Es goss in Strömen während der Banneux-Wallfahrt aus Mechernich, was Wallfahrtsleiter und Pfarrer Leo Palm zu der Bemerkung veranlasste: „Heute werdet Ihr reichlich gesegnet – vom Himmel selbst“. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Es goss in Strömen während der Banneux-Wallfahrt aus Mechernich, was Wallfahrtsleiter und Pfarrer Leo Palm zu der Bemerkung veranlasste: „Heute werdet Ihr reichlich gesegnet – vom Himmel selbst“. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

„Banneux ist der Ort, an dem alle willkommen sind“

Mariette selbst habe übrigens nicht gewusst, was „Nationen“ bedeutet. Der Vater habe ihr das Wort erklären müssen. Den Pilgern aus vielen Ländern erklärt Leo Palm, was die „Jungfrau der Armen“ uns heute zu sagen hat, nämlich, dass wir uns als Arme und Bedürftige begreifen, und nicht als Angehörige womöglich verfeindeter Nationen, Religionen und Systeme. Banneux sei ein Ort, an dem alle willkommen seien. Auch heute müsse man bei all den Krisenherden in der Welt ein Zeichen für den Frieden setzen und die zahlreichen Flüchtlinge willkommen heißen.

Der für den frühen Nachmittag geplante Gebetsweg musste wegen des anhaltenden Regens ebenfalls in der Kirche stattfinden. Auch hier forderten alle Gläubigen durch mehrere Fürbitten menschenwürdige Lösungen für die unterdrückten Minderheiten und Flüchtlinge. Bei der darauf folgenden Krankensegnung kamen Deutsche, Flamen und Wallonen zusammen und feierten gemeinsam eine internationale Segnung.

Mit einem modernen Reisebus des Mechernicher Traditions-Reisebusunternehmens „Schäfer Reisen“ machte sich die kleine Pilgergruppe aus dem südlichen Teil der Gemeinschaft von Gemeinden St. Barbara auf den Weg zur „Jungfrau der Armen“ nach Banneux. Während der Fahrt probierten die Eifeler unter der Leitung von Gemeindereferentin Elke Jodocy (2.v.l.) unterschiedliche Gebets- und Meditationsformen aus. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Mit einem modernen Reisebus des Mechernicher Traditions-Reisebusunternehmens „Schäfer Reisen“ machte sich die kleine Pilgergruppe aus dem südlichen Teil der Gemeinschaft von Gemeinden St. Barbara auf den Weg zur „Jungfrau der Armen“ nach Banneux. Während der Fahrt probierten die Eifeler unter der Leitung von Gemeindereferentin Elke Jodocy (2.v.l.) unterschiedliche Gebets- und Meditationsformen aus. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Vor der Rückreise in die heimische Eifel machten die Pilger noch Halt in dem kleinen belgischen Ort Tancrémont, unweit von Banneux. Dort wurde bei Reisfladen und Kaffee in einer Konditorei viel gelacht und erzählt. Von der anfänglichen Skepsis gegenüber der geringen Teilnehmerzahl war nicht mehr viel zu spüren. Mit Flaschen voller „Heilwasser“ aus der Quelle und guter Laune ging es dann zurück in die Heimat.

Hanna Loben/pp/Agentur ProfiPress

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