25. Juni 2015

Kotzbrocken ist doch ganz nett

Claudia Schreiber las im Rahmen der Lit.Eifel vor knapp 120 Fünftklässlern der Gesamtschule Blankenheim-Nettersheim – Interaktive Veranstaltung mit viel Witz und Körpereinsatz

Eifel/ Blankenheim – „Wer Bücher schreibt, der darf nicht langweilig sein – seine Bücher auch nicht“, erklärte die Kölner Journalistin und Autorin Claudia Schreiber den knapp 120 Gesamtschülern, die an der Lit.Eifel-Schullesung in der Gesamtschule Blankenheim-Nettersheim teilnahmen. Dass bei ihr alle Voraussetzungen stimmen, das wurde kurz darauf klar.

Alle Fünftklässler, also an die 120 Schüler sowie einige Lehrer und Eltern nahmen an der Lit.Eifel-Schullesung teil. Foto: Alice Gempfer/pp/Agentur ProfiPress

Alle Fünftklässler, also an die 120 Schüler sowie einige Lehrer und Eltern nahmen an der Lit.Eifel-Schullesung teil. Foto: Alice Gempfer/pp/Agentur ProfiPress

Zum einen, so berichtete sie selbst: „Also ich bin Autorin und heiße Schreiber. Das ist doch schon mal gut. Das ist so, als wenn ein Arzt Arzt heißt.“ Auch erfuhr das Publikum, dass Claudia Schreiber, aus deren Feder auch der verfilmte Erfolgsroman „Emmas Glück“ stammt, früher als Radio- und TV-Journalistin gearbeitet hat. „Dabei habe ich eine Sendung miterfunden, die ihr vielleicht kennt: LOGO, die Nachrichtensendung für Kinder.“

Mit viel Körpereinsatz gestaltete die Autorin ihre Lesung, in die sie das junge Publikum immer wieder mit einbezog. Foto: Alice Gempfer/pp/Agentur ProfiPress

Mit viel Körpereinsatz gestaltete die Autorin ihre Lesung, in die sie das junge Publikum immer wieder mit einbezog. Foto: Alice Gempfer/pp/Agentur ProfiPress

Zum anderen war auch der „Praxistest“ eindeutig nicht langweilig: Schon bei den ersten Sätzen lachten die jungen Zuhörer laut auf, und zwar in dem Moment, in dem Claudia Schreiber das erste Mal von den Hauptfiguren ihres gleichnamigen Buchs „Sultan und Kotzbrocken“ sprach, wobei die Autorin den Namen des letztgenannten geradezu genüsslich „hinauskotzte“ und noch ein ausgiebiges „Uhahhgh“ hinterher schob. Manche Eltern, räumte sie ein, würden das Wort ja nicht mögen – sie aber schon: „Ich mag diese Brüllworte.“ Ähnlich frech-witzig und mit viel Körpereinsatz ging es weiter, als Claudia Schreiber zunächst Sultan und den dusseligen Diener „Kotzbrocken“ vorstellte, die sich im gleichnamigen ersten Band kennenlernen.

Eigentlich, berichtete die Schriftstellerin, sei gar keine Fortsetzung geplant gewesen. Dann aber habe ein Mädchen auf ihrer Internetseite nachgefragt „wann schreibst du ein neues Buch über die beiden?“ und nicht mehr lockergelassen. Entstanden ist „Sultan und der Kotzbrocken in einer Welt ohne Kissen“. Darin passiert zunächst „etwas wirklich Doofes“, erzählte Schreiber und bezog die Schüler einmal mehr mit ein: „Kennt ihr das von zu Hause? Wenn böse Briefe kommen, ist auf einmal die Sprache ganz blöd. Das versteht man gar nicht“. Auf die Frage, was denn in so „bösen Briefen“ stehen könne, gewährten die Schüler Einblicke: „Briefe mit teuren Bildern“, sagte etwa ein Fünftklässler, ein anderer ergänzte: „Ja, Strafzettel.“ Aber auch um Schulden könne es da gehen.

Auch Schulleiterin Eva Balduin hatte sichtlich Spaß an der Lit.Eifel-Veranstaltung. Foto: Alice Gempfer/pp/Agentur ProfiPress

Auch Schulleiterin Eva Balduin hatte sichtlich Spaß an der Lit.Eifel-Veranstaltung. Foto: Alice Gempfer/pp/Agentur ProfiPress

Bei Sultan war es der König höchstpersönlich, der ihm einen „bösen Brief“ schickte – mit einer Kündigung. Das Volk werde künftig von einem anderen regiert, und den Palast habe er zu verlassen. Und: „Diesen Kotzbrocken nehmen Sie bitte mit, wohin auch immer Sie gehen!“ Der Sultan ist geplättet – nicht zuletzt auch über die Reaktionen seiner 100 Frauen: „Wer ist der Neue und wie sieht er aus? Haben wir dann zwei Männer?“ Ob er denn tatsächlich so austauschbar sei, fragte sich der Sultan nachdenklich. Anscheinend ja, denn – die Gesamtschüler hatten es vorausgesehen – nach und nach entschieden sich alle 100 Frauen dazu, im Palast und somit beim neuen Herrscher zu bleiben. Nicht so Kotzbrocken. Der entpuppt sich als wahrhaft treuer Freund…

Die Chemie stimmte zwischen Claudia Schreiber und den Fünftklässlern, die das anschließend auch mit viel Applaus dokumentierten. Sie hatten nicht nur eine ebenso witzige wie unterhaltsame Lesung erlebt, sondern auch einmal mehr erfahren, dass Literatur Spaß macht. Ebendarum geht es auch Schulleiterin Eva Balduin und Abteilungsleiterin Britta Braun, die ebenfalls der Schulleitung angehört. „Wir wollten die Lit.Eifel im Haus haben“, so Braun. Dabei gehe es in erster Linie darum, den Kindern Lust auf Lesen – und Schreiben – zu machen. „Gleichzeitig ist es uns auch wichtig, dass unsere Schule sich öffnet für das, was in der Region passiert“, so die Schulleitung. Als Gesamtschule im Aufbau mit Schülern aus 47 Ortschaften verstehe sich die Schule auch als „Haus des Lebens“.

Um Sultan und seinen Diener „Kotzbrocken“ ging des in der witzigen Lit.Eifel-Lesung von Erfolgsautorin Claudia Schreiber. Foto: Alice Gempfer/pp/Agentur ProfiPress

Um Sultan und seinen Diener „Kotzbrocken“ ging des in der witzigen Lit.Eifel-Lesung von Erfolgsautorin Claudia Schreiber. Foto: Alice Gempfer/pp/Agentur ProfiPress

Das literarische Leben an der Schule ging noch am selben Vormittag weiter mit einer Lesung des Fantasy-Bestsellerautors Kai Meyer. Ab Montag, 24. August, folgt im Rahmen der Lit.Eifel eine Schreibwerkstatt, die von den Lehrerinnen Britta Braun und Claudia Schreiber – die tatsächlich genauso heißt wie die Autorin – begleitet werden.

pp/Agentur ProfiPress

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