22. Mai 2015

Den Fußabdrücken der Wertschöpfungskette auf der Spur

Unternehmer aus den Kreisen Euskirchen und Düren informierten sich in der Demonstrationsfabrik Aachen über innovative Möglichkeiten der Industrie

Eifel/ Aachen/Kreis Euskirchen – „Dame Lydia“ gibt ihre Anweisungen über ein Headset an Nicolas Dorr. Sofort weiß der 20-Jährige, in welchem Regal er die Materialien findet, die seine Kollegen für den Bau des „e.GO Kart“ brauchen. Auch die Stückzahl, die für das Fahrzeug, eine Art Kettcar mit Elektroantrieb, benötigt werden, gibt die freundliche Computerstimme der Wissenschaftlichen Hilfskraft vor. Der Student im Fachbereich Maschinenbau der RWTH Aachen kommuniziert über eine Bestätigungstaste mit der von der topsystem Systemhaus GmbH entwickelten Anwendung, die genau verfolgt, wie eine Schraube von A nach B gelangt und was sie auf ihrem Weg von der Anlieferung über die Lagerung bis zu ihrem Einsatz im Endprodukt erlebt. Doch an welcher Stelle liegt das Bauteil planlos herum und vergeudet damit kostbare Zeit, die bekanntlich Geld kostet?

Die Teilnehmer nutzen die Gelegenheit, aufgrund der interessanten und innovativen Ansätze eigene Problemstellungen zu diskutieren und mögliche Kooperation mit der DFA zu erörtern. Foto: Dagmar Grömping/pp/Agentur ProfiPress

Die Teilnehmer nutzen die Gelegenheit, aufgrund der interessanten und innovativen Ansätze eigene Problemstellungen zu diskutieren und mögliche Kooperation mit der DFA zu erörtern. Foto: Dagmar Grömping/pp/Agentur ProfiPress

Mit Fragestellungen dieser Art beschäftigen sich Dr.-Ing. Thomas Gartzen und sein Team in der Demonstrationsfabrik Aachen (DFA), einem zentralen Bestandteil des Clusters Logistik auf dem RWTH Aachen Campus. Wie hier Institute in enger Kooperation mit industriellen Forschungspartnern Ansätze und Lösungen für die „Industrie 4.0“ in einer realen Produktion entwickeln und erproben, konnten jetzt rund 20 Unternehmer aus dem Kreis Euskirchen und aus Düren bei einem Rundgang erfahren.

Bereits die dezentrale Auftragsdatenerfassung in der Fertigung mit Hilfe eines Barcodescanners befasst sich mit der Optimierung beim Anmelden und Fertigmelden von Aufträgen. Dabei verfolgt der „Use Case“ nicht nur das Ziel, Rückmeldungen zu automatisieren oder Fehlerquoten zu reduzieren, sondern verbessert gleichzeitig durch die höhere Datenqualität die Planungsgüte und die Termintreue. „Oftmals haben die Unternehmer bereits eine Ahnung, an welcher Stelle die Produktion hakt, ohne die Fehlerquellen konkret ausmachen zu können“, erklärte Geschäftsführer Gartzen den Besuchern. „Mit der Erfassung und Auswertung der Abläufe öffnen wir in einer digitalisierten Produktion diese Black Box und nutzen diese Transparenz, um Produktionsabläufe ganz gezielt zu optimieren. Unser Ziel ist eine intelligente Fabrik, von der der Mensch lernt, aber nach wie vor der Entscheider bleibt.“

Anhand des e.GO Karts werden Forschung, experimentelle Fertigung und Weiterbildung in einem realen Produktionsumfeld betrieben. Foto: Dagmar Grömping/pp/Agentur ProfiPress

Anhand des e.GO Karts werden Forschung, experimentelle Fertigung und Weiterbildung in einem realen Produktionsumfeld betrieben. Foto: Dagmar Grömping/pp/Agentur ProfiPress

Die enge Verzahnung von Praxis, Forschung und Weiterbildung verdeutlichte Thomas Hempel anhand der „Nachverfolgung des Auftragsfortschritts“. „Das System analysiert, wo es in der Produktion zu Engpässen kommen wird, welche Maschinen überlastet sind und wo Kapazitäten nicht genutzt werden“, erläuterte der Mitarbeiter des Werkzeugmaschinenlabors WZL der RWTH Aachen die Darstellungen auf seinem Tablet.

Wie auch die Energiekosten der Fertigung durch individuelle Erfassung und Steuerung der Stromverbräuche auf Maschinenebene optimiert werden können, war das Thema von Christian Maasem, Leiter Smart Systems Innovation Lab, während des Rundgangs, bei dem Timon Rodenhauser von der DFA auf die digitale Unterstützung bei der Endmontage am Beispiel des e.Go Kart einging.

Beim Get-together, zu dem Michael Franssen, Geschäftsführer der TAE GmbH Technik-Agentur Euskirchen und Organisator der Veranstaltung, anschließend einlud, nutzen die Teilnehmer die Gelegenheit, aufgrund der interessanten und innovativen Ansätze eigene Problemstellungen zu diskutieren und mögliche Kooperation mit der DFA zu erörtern, um produktionssystematische Fragestellungen in ihrem realen Betrieb zu untersuchen. „Wir haben Unternehmen kennengelernt, die „Lost and found Regale“ für ihre Aufträge eingerichtet haben“, erzählte Gartzen aus dem Nähkästchen und machte damit noch einmal deutlich, wie wichtig Transparenz und Kommunikation zwischen allen Beteiligten ist.

Rund 20 Unternehmer aus dem Kreis Euskirchen und aus Düren konnten sich in der DFA über innovative Lösungen der Industrie 4.0 informieren. Foto: Dagmar Grömping/pp/Agentur ProfiPress

Rund 20 Unternehmer aus dem Kreis Euskirchen und aus Düren konnten sich in der DFA über innovative Lösungen der Industrie 4.0 informieren. Foto: Dagmar Grömping/pp/Agentur ProfiPress

Die Anwesenden waren sich einig, dass dieses Treffen sich gelohnt hatte und gingen mit der Erkenntnis, dass die Zukunft bereits begonnen hat.

pp/Agentur ProfiPress

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