30. März 2015

Statt Schlachthof in den Klepperstall

Nina Aschoff und ihr aus Lückerath (Stadt Mechernich) stammender Mann Benni gründeten in Langendorf einen Pferdeschutzhof und einen gemeinnützigen Trägerverein mit Mara Kossmann – Paten und Mitglieder dringend gesucht

Zülpich-Langendorf/Mechernich – Eigentlich wollten Nina und Benni Aschoff auf ihrem Bauernhof in Langendorf einen Pensionsstall für Reitpferde anderer Leute aufmachen. Stattdessen entschlossen sie sich unvermutet, Pferde vor dem Schlachter zu retten, die nicht mehr gewollt sind oder von ihren bisherigen Besitzern vernachlässigt wurden.

Nina: „Es fing alles an mit unseren beiden Mini-Shettys Ronja und Maja. Die beiden stammen aus einem Schulbetrieb und waren praktisch schon auf dem Weg zum Schlachter, Mutter Ronja war 17, ihr Fohlen Maja erst vier Monate alt. Wir haben die beiden kurzerhand freigekauft. Wir pachteten eine Weide, bauten einen Stall und holten die Ponys zu uns.“

Mit Möhrenstückchen und Geduld bringt Nina Aschoff dem früheren Turnierpferd Candy Dressurakte bei. Die Stute war nach einer Sehnenverletzung mit 14 auf dem Weg zum Schlachthof.  Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Mit Möhrenstückchen und Geduld bringt Nina Aschoff dem früheren Turnierpferd Candy Dressurakte bei. Die Stute war nach einer Sehnenverletzung mit 14 auf dem Weg zum Schlachthof. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Die aus Nörvenich stammende Nina Aschoff ist mit Tieren großgeworden: „Unsere Haustiere waren wie Familienangehörige.“ Obwohl man im Gegensatz zu einem Pensionsstall mit einem Pferdeschutzhof kein Geld verdienen kann, entschlossen sich Nina und ihr aus Lückerath (Stadt Mechernich) stammender Mann Benni für das Modell Klepperstall. Und zwar „aus Überzeugung“, wie Nina Aschoff betont.

2013 kaufte die junge Familie, zu der auch Töchterchen Paula (4) gehört, einen Bauernhof in Zülpich- Langendorf und fing sofort mit dem Umbau an. Nina: „Noch bevor wir die Bauarbeiten fertigstellen konnten, kam bereits das nächste Pferd. Candy war 14 Jahre alt, ein ausrangiertes Turnierpferd mit einer Sehnenverletzung. Sie sollte zum Schlachter.“

Aschoffs nannten ihren Hof in der Langendorfer Eifelstraße „Klepperstall“ und gründeten den gleichnamigen gemeinnützigen und im Februar beim Amtsgericht Bonn eingetragenen Verein „Klepperstall e.V.“ Nina Aschoff und Mara Kossmann sind die Vorsitzenden, zehn Leute aus Zülpich und Umgebung sind schon beigetreten. Zu den Unterstützern des Vereins und seiner Ziele hat sich auch Bürgermeister Albert Bergmann erklärt, als Nina und Mara ihn im Rathaus besuchten und ihm ihr Projekt vorstellten.

Die Abteilung der Shettys und Mini-Shetlandponys ist beachtlich. Manchmal werden die Pferdchen Kindern geschenkt und dann wieder abgegeben, wenn die Kinder zu groß und die Tiere als Reittiere für sie zu klein geworden sind.  Im Vordergrund steht Maya, der Zerberus des Langendorfer „Klepperstalls“. Die Mini-Shetty-Stute darf als einzige frei herumlaufen und ihre 20 Artgenossen auf Weiden, in Ausläufen und Boxen besuchen, wann immer sie möchte.  Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Die Abteilung der Shettys und Mini-Shetlandponys ist beachtlich. Manchmal werden die Pferdchen Kindern geschenkt und dann wieder abgegeben, wenn die Kinder zu groß und die Tiere als Reittiere für sie zu klein geworden sind. Im Vordergrund steht Maya, der Zerberus des Langendorfer „Klepperstalls“. Die Mini-Shetty-Stute darf als einzige frei herumlaufen und ihre 20 Artgenossen auf Weiden, in Ausläufen und Boxen besuchen, wann immer sie möchte. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

„Wir stehen hinter Ihrer Arbeit und werden Sie unterstützen“, sagte Bergmann dem engagierten Langendorfer Team,so Nina Aschoff, die mittlerweile 21 Pferde in Pflege hat. Nummer 22 wird in der Karwoche aus Wuppertal erwartet.

Zu klein geworden, vernachlässigt, halb verhungert, Scheidungsopfer

Die Tiere kommen aus ganz Deutschland, die meisten aus NRW. Darunter befinden sich eine ganze Reihe Shetland- und Mini-Shetland-Ponys, Haflinger und auch Großpferde wie das „Scheidungspferd“ Bijou, ein Hannoveraner. Der rippigen Reitpferdstute Ella sieht man noch immer an, dass nicht viel gefehlt hätte und sie wäre bei ihren Vorbesitzern verhungert.

Nina Aschoff und ihr gemeinnütziger Verein „Klepperhof e.V.“ nehmen alte, kranke und vernachlässigte Pferde auf oder auch solche, die keiner mehr haben will. Sie schenken ihnen nicht nur Obdach und Futter, sondern auch Zuwendung und Beschäftigung. Candy sollte geschlachtet werden – heute könnte sie mit den Dressurakten, die Nina Aschoff ihr beigebracht hat, im Zirkus auftreten. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Nina Aschoff und ihr gemeinnütziger Verein „Klepperhof e.V.“ nehmen alte, kranke und vernachlässigte Pferde auf oder auch solche, die keiner mehr haben will. Sie schenken ihnen nicht nur Obdach und Futter, sondern auch Zuwendung und Beschäftigung. Candy sollte geschlachtet werden – heute könnte sie mit den Dressurakten, die Nina Aschoff ihr beigebracht hat, im Zirkus auftreten. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

„Vernachlässigung ist oft der Grund, warum wir zur Hilfe gerufen werden“, sagt Nina Aschoff: „Manchmal von den Besitzern selbst, die nicht mehr weiter wissen, manchmal aber auch von besorgten Nachbarn, die das Elend nicht mehr mit ansehen können.“

Wer sein Tier an den Klepperstall abgibt, weil er es sich finanziell nicht mehr leisten kann, hält oft weiter Kontakt mit dem Langendorfer Stall und seinen Bewohnern. „Andere sind einfach nur froh, ihren Vierbeiner wieder quitt zu sein und werden nie wieder gesehen“, so die Vereinsvorsitzende. Shettys werden manchmal abgegeben, weil die Kinder zu groß geworden sind . . .

Die Kosten für Haltung und Fütterung im dem Langendorfer Klepperstall sollen im Idealfall Paten erbringen. Es gibt Sponsorenmodelle von 25 bis 180 Euro im Monat, wobei die Höchstsumme auch schon den tatsächlichen Haltungskosten in Vollpension entspricht.

Nina Aschoff putzt die Reitpferdstute Ella und zeigt ihr damit gleichzeitig ihre Zuneigung. Das ist Balsam für die Pferdeseele der Stute, die von ihren Vorbesitzern um ein Haar verhungern gelassen worden wäre. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Nina Aschoff putzt die Reitpferdstute Ella und zeigt ihr damit gleichzeitig ihre Zuneigung. Das ist Balsam für die Pferdeseele der Stute, die von ihren Vorbesitzern um ein Haar verhungern gelassen worden wäre. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Allerdings verfügen der 2013 gegründete Klepperstall und sein 2015 gegründeter Trägerverein erst über etwas mehr als eine Handvoll Paten. Auch Vereinsmitglieder werden noch dringend gesucht, die die Höhe ihres Monatsbeitrags selbst bestimmen und so den Langendorfer Pferdeschutzhof finanziell mit unterstützen können. Auch können zu den bereits vorhandenen vier noch weitere Pensionspferde eingestellt werden. Mit den für sie entrichteten Entgelten für Obdach, Futter und Arbeit wird auch die Haltung der „Gnadenpferde“ mit ermöglicht.

Wer helfen will und Kontakt aufnehmen möchte, kann dies telefonisch unter 0173/69 55 437 oder per E-Mail unter info@klepperstall.de tun. Weitere Informationen finden sich im Internet unter www.klepperstall.de

pp/Agentur ProfiPress

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