10. März 2015

Achtes Hilfsprojekt erfolgreich abgeschlossen

Eifeler Brunnenhilfe Indien (EBI): Reise ins südindische Kerala – 49.000-Euro-Projekt erfolgreich abgeschlossen – Kooperation mit der Andheri-Stiftung – Gründerin und Ehrenvorsitzende Rosi Gollmann (86) kommt am Misereor-Sonntag, 22. März nach Mechernich – Neues EBI-Projekt unterstützt indische Ureinwohner „Adivasi“

Eifel/Mechernich – Die Initiative „Eifeler Brunnenhilfe Indien“ (EBI) hat ihr achtes Projekt erfolgreich abgeschlossen. Dr. Franz Richter und Joseph Ophelders waren jüngst für die EBI im südindischen Kerala (Distrikt Kottayam). Dort ließen sich die beiden Mechernicher von der Partnerorganisation vor Ort, der „Kottayam Social Service Society“ (KSSS) die Erfolge des gemeinsamen Projekts zur Armutsbekämpfung von Kleinbauernfamilien zeigen, in das die Eifeler Brunnenhilfe 45.000 Euro an Spendengeldern investiert hatte. Begleitet wurden die Eifeler dabei von Father Michael Vettichat von der KSSS sowie S. Santiago, Koordinator für Südindien bei der Andheri-Hilfe. Die KSSS, die dem Bistum der unierten Syro-Malabarischen Kirche vor Ort angehört, ist langjähriger Partner der Andheri-Hilfe Bonn. Dr. Franz Richter aus dem EBI-Team berichtet: „Alles, was wir dort erlebt haben, wirkte unglaublich professionell und strukturiert.“

Die Eifeler Brunnenhilfe Indien (EBI) berichtet am Misereor-Sonntag über das jüngste erfolgreiche Projekt, mit dem unter anderem Auffangbehälter für Wasser aus dem Monsunregen finanziert wurden. Foto: Dr. Franz Richter

Die Eifeler Brunnenhilfe Indien (EBI) berichtet am Misereor-Sonntag über das jüngste erfolgreiche Projekt, mit dem unter anderem Auffangbehälter für Wasser aus dem Monsunregen finanziert wurden. Foto: Dr. Franz Richter

Was die Eifeler in Kerala sahen und erlebten, beeindruckte und begeisterte sie. „Das Konzept der KSSS umfasst alle Bereiche, in denen es Probleme gibt“, so der Geologe Dr. Richter. Eines der vorrangigen Themen der heißen Region ist es, das Wasser, das während der Monsunzeit sturzbachartig vom Himmel fällt, für die sechs bis sieben Monate der Trockenheit zu sichern. Dazu wurden mit Unterstützung der EBI so genannte Gang- oder Dammgräben gebaut. Sie werden in Hänge gegraben, um zu verhindern, dass das Regenwasser einfach abläuft. Stattdessen sickert es ins Grundwasser, dessen Spiegel dadurch steigt. Mittels der 25-30 Meter tiefen Brunnen kann so in der Trockenzeit länger Wasser gefördert werden. Viele Brunnen wurden im Rahmen des Projektes instand gesetzt und/oder reaktiviert.

Reisbauern wurde gezeigt, wie sie in den Wasserkanälen ihrer Felder Fischzucht betreiben können. Foto: Dr. Franz Richter

Reisbauern wurde gezeigt, wie sie in den Wasserkanälen ihrer Felder Fischzucht betreiben können. Foto: Dr. Franz Richter

Auch die „Dachwasserernte“ hilft der Bevölkerung, die trockene Zeit zu überstehen. Monsunregen, der etwa auf das Hausdach einer Familie fällt, wird aufgefangen und vom Dach in einen riesigen Betonkübel geleitet, der als Tank dient. 500 dieser jeweils 10.000 Liter fassenden Behälter wurden im Rahmen des Projekts gebaut. Dr. Richter: „Damit ist eine ganze Familie durch die Trockenzeit hindurch mit Wasser versorgt.“

Mit Unterstützung der EBI wurden so genannte Gang- oder Dammgräben gebaut, damit der Monsunregen nicht abfließt, sondern ins Grundwasser sickert. Foto: Dr. Franz Richter

Mit Unterstützung der EBI wurden so genannte Gang- oder Dammgräben gebaut, damit der Monsunregen nicht abfließt, sondern ins Grundwasser sickert. Foto: Dr. Franz Richter

Weitere Maßnahmen gab es in der Landwirtschaft, wo den Kleinbauern beispielsweise beigebracht wurde, wie sie mit Würmern guten Mutterboden produzieren oder Schädlingsbekämpfungsmittel selbst günstig, etwa mit Kuhmist, herstellen können. Reisbauern wird gezeigt, wie sie in den Wasserkanälen ihrer Felder Fischzucht betreiben können. „Eine tolle Idee ist auch der Kokosnussdienst“, berichtet Dr. Richter. Zum Ernten der Kokosnüsse wurden spezielle Steigegeräte verteilt, mit denen Kokosnüsse ganz oben in den Palmen unfallfrei geerntet werden können. Im sozialen Bereich gibt es unter anderem Betreuungs- und Beschäftigungsprojekte für behinderte Menschen. Auch spezielle Kurse und Gruppen für Frauen bietet die KSSS an, um diese als „Familienmanagerinnen“ zu stärken und in verschiedenen Bereichen fit zu machen.

Persönliche Eindrücke vom gerade abgeschlossenen EBI-Projekt konnte sich Dr. Franz Richter (links) in Indien machen. Dr. Klaus Ridders gibt einen Ausblick auf das neue Hilfsprogramm. Foto: Alice Gempfer/pp/Agentur ProfiPress

Persönliche Eindrücke vom gerade abgeschlossenen EBI-Projekt konnte sich Dr. Franz Richter (links) in Indien machen. Dr. Klaus Ridders gibt einen Ausblick auf das neue Hilfsprogramm. Foto: Alice Gempfer/pp/Agentur ProfiPress

„Bei Projektbeginn 2011 waren von unserer Seite 40.000 Euro veranschlagt“, erklärt Dr. Klaus Ridders, einer der Gründer der EBI. Dann aber gab es einen Rückschlag: „2013 war der Monsunregen sehr heftig und andauernd – dabei wurde auch vieles zerstört, was im Zuge des Projekts im Entstehen oder bereits fertig war.“ Die Eifeler Hilfsorganisation sprang ein und stockte das Projektbudget als Fluthilfe um weitere 5000 Euro auf. Insgesamt flossen mit Unterstützung der EBI, der Andheri-Hilfe und des Bundesentwicklungsministeriums rund 666.000 Euro in das Hilfsprojekt. Nach dem Abschluss erhält die EBI wie immer auch einen offiziellen Abschlussbericht mit staatlichen Siegeln.

Den Kleinbauern wurde gezeigt, wie sie mit Würmern guten Mutterboden produzieren können. Foto: Dr. Franz Richter

Den Kleinbauern wurde gezeigt, wie sie mit Würmern guten Mutterboden produzieren können. Foto: Dr. Franz Richter

„Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“, könnte man das emsige Engagement der EBI auf den Punkt bringen. Mit dem erfolgreichen Abschluss des achten und bislang finanziell umfangreichsten Projekts, hat nun bereits ein neues begonnen, mit dem die EBI sich erstmals in Ostindien engagiert. Zielgruppe sind die Adivasi, eine Gruppe von Ureinwohnern, die in den Wäldern Jharkands leben. Sie sollen gestärkt und befähigt werden, ihre Lebenssituation in der extrem trockenen Region zu verbessern. Der Lebensraum der Adivasi ist zudem durch die zunehmende Industrialisierung bedroht. Wie Dr. Klaus Ridders berichtet, ist auch diesmal die Andheri-Hilfe Bonn Projektpartner. Vor Ort ist dies der „Watershed Organisation Trust“ (WOTR), der bereits seit vielen Jahren mit der Andheri-Hilfe zusammenarbeitet.

pp/Agentur ProfiPress




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