21. November 2014

Schulterschluss gegen Versorgungslücken

Kreise Düren und Euskirchen gehen Breitband-Offensive gemeinsam an

Kreis Düren/Kreis Euskirchen – Die Kreise Düren und Euskirchen wollen künftig an einem Strang ziehen, um möglichst allen Einwohnern und Unternehmen Zugang zum schnellen Internet zu ermöglichen. Das gilt heute als Standard im privaten wie im wirtschaftlichen Bereich.

Doch vor allem dünn besiedelte Gegenden mit wenigen Endkunden sind ins Hintertreffen geraten, weil sich das Verlegen von Glasfaserleitungen dort für Anbieter nicht rechnet. Das soll sich nun ändern. „Gemeinsam sind wir stark. Wenn wir im Namen von rund 450.000 Einwohnern mit Internetanbietern über Breitbandversorgung sprechen, dann werden wir sehr viel besser Gehör finden, als wenn das jede Kommune für sich tut“, regten die beiden Landräte Wolfgang Spelthahn und Günter Rosenke beim kürzlich stattgefundenen Regionalen Breitbandgespräch im Kreishaus Euskirchen übereinstimmend den Schulterschluss an.

Beim Regionalen Breitbandgespräch im Kreishaus Euskirchen diskutierten (v.l.): Frederike Schumacher (NRW-Wirtschaftsministerium), die Landräte Wolfgang Spelthahn (Düren) und Günter Rosenke (Euskirchen)  sowie Prof. Dr. Reinhard Möller (Projektleiter BreitbandConsulting.NRW). Foto: Pressestelle Kreis Düren/pp/Agentur ProfiPress

Beim Regionalen Breitbandgespräch im Kreishaus Euskirchen diskutierten (v.l.): Frederike Schumacher (NRW-Wirtschaftsministerium), die Landräte Wolfgang Spelthahn (Düren) und Günter Rosenke (Euskirchen) sowie Prof. Dr. Reinhard Möller (Projektleiter BreitbandConsulting.NRW). Foto: Pressestelle Kreis Düren/pp/Agentur ProfiPress

Das NRW-Wirtschaftsministerium hatte die kommunalen Repräsentanten der beiden ländlichen Nachbarkreise zu diesem Regionalen Breitbandgespräch eingeladen. Sie finden derzeit landesweit zum Erfahrungsaustausch statt. Unterstützt von der BreitbandConsulting.NRW, sollen dabei vor allem die Perspektiven eines kreisweit koordinierten Breitbandausbaus ausgelotet werden. Erreicht wurde in Euskirchen noch mehr. Nach zweistündigem Gespräch stieß der Vorschlag, „kreisübergreifend gemeinsam zu marschieren“, auf einhellige Zustimmung.

„Wir müssen das Rad nicht neu zu erfinden. Wir brauchen uns nur am Kreis Düren zu orientieren“, stellte Euskirchens Landrat Günter Rosenke, von Hause aus Kommunikationselektroniker, fest. Im Euskirchener Land hatten sich die Bürgermeister der kreisangehörigen Kommunen bislang sehr zögerlich zu einer kreisweiten Koordinierung des Breitbandausbaus geäußert. Günter Rosenke zeigte sich besonders erfreut, dass es auf Initiative des Ministeriums gelungen war, nun die entscheidenden Akteure zusammenzubringen. Dies sei „ein erster Schritt, um den Missständen in Form von Versorgungslücken im Kreis Euskirchen abzuhelfen“.

Der Kreis Düren hatte dagegen ab 2009 über 2,1 Millionen Euro aus seinen Konjunkturpaket II-Mitteln für eine Breitbandoffensive zur Verfügung gestellt. Sein Angebot: Jeden Euro, den seine 15 Kommunen in die Infrastruktur fürs schnelle Internet investieren, würde er verdoppeln. Das hat den Netzausbau seinerzeit beflügelt. „In Titz hat sich viel getan. Die Breitbandoffensive des Kreises war für uns sehr gut“, bestätigte Bürgermeister Jürgen Frantzen.

„Damals haben wir die Grundversorgung ausgebaut. Heute muss es darum gehen, den Nutzern Zugang zu Leitungen mit Übertragungsgeschwindigkeiten von 50 Mbit/s und mehr zu ermöglichen, damit sie alle Möglichkeiten des Internets nutzen können“, formulierte Landrat Wolfgang Spelthahn das neue Ziel. Sein Vorschlag: „Wir erstellen eine Karte beider Kreise, in die alle Kommunen den Versorgungsgrad jeder einzelnen Ortschaft eintragen. Diese ist dann die Grundlage für unser gemeinsames Gespräch mit allen Internetanbietern. Damit werden wir den Kampf um Kunden anstacheln, das wird Bewegung in den Markt bringen. Denn wer die dichtbesiedelten Filetstücke mit vielen Endkunden haben will, der muss auch alles andere nehmen.“

Dass mittelständische Anbieter aus der Region namhaften Branchengrößen überlegen sein können, habe Soconet aus Düren zuletzt im Falle des Jülicher Gewerbegebietes Königskamp bewiesen. Statt zunächst einen hohen fünfstelligen Zuschuss einzufordern, habe das Unternehmen dort eine Glasfaserleitung ausschließlich mit privatem Kapital verlegt. „Solche lokalen Anbieter können Gold wert sein”, meinte Peter Boje im Namen der Stadt Heimbach. „Damit haben wir vielleicht doch noch die Chance, schnelles Internet in unsere beiden unversorgten Dörfer zu bringen.“

Im Gespräch stellte Frederike Schumacher, Leiterin des Referates Informations- und Telekommunikationswirtschaft im NRW-Wirtschaftsministerium, klar, dass es aus ihrem Hause keine Fördermittel für die Versorgung mit schnellem Internet gebe. Nur die Grundversorgung werde mit Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ bezuschusst. Hier sei das NRW-Umweltministerium zuständig. Sie gehe jedoch davon aus, dass 50 Mbit/s-Anschlüsse in Gewerbegebieten künftig mit öffentlichen Geldern aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert würden.

Hintergrund der Breitband-Offensive des Landes NRW ist die so genannte vierte industrielle Revolution. Dabei werden Internet und Warenherstellung eng verknüpft. Individuelle Kundenwünsche fließen dann sofort in die hoch flexible Güterproduktion ein. Von diesen Chancen soll auch der ländliche Raum profitieren. So wird die BreitbandConsulting.NRW den beiden Kreisen samt aller Kommunen in Kürze kostenlose Beratung anbieten.

Josef Kreutzer/Kreis Düren/pp/Agentur ProfiPress




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