22. Oktober 2014

Das ungeschminkte Leben einer Notärztin

Berliner Erfolgsautor Kristof Magnusson las aus seinem neuen Buch „Arztroman“ – Schriftsteller mit Wurzeln auch in der Eifel – Heitere und tiefgründige Lesung im Heilsteinhaus in Simmerath-Einruhr

Eifel/ Simmerath-Einruhr – Die Kinoverfilmung seines Theaterstücks „Männerhort“ mit Christoph Maria Herbst („Stromberg“) und Elyas M’Barek („Fack ju Göhte”) ist aktuelle Kino-Spitze, sein Roman „Das war ich nicht“ bot vor einigen Jahren einen sehr vergnüglichen und erfolgreichen Ausflug in die Finanzwelt. Jetzt schrieb Kristof Magnusson einen „Arztroman“. Aus dem las er im Rahmen der „Lit.Eifel“ im „Heilsteinhaus“ in Einruhr bei Simmerath, wohin er aus Berlin anreiste.

Der Berliner Schriftsteller Kristof Magnusson las im Heilsteinhaus in Einruhr und wurde von der Journalistin Claudia Hoffmann interviewt. Foto: Franz Küpper/pp/Agentur ProfiPress

Der Berliner Schriftsteller Kristof Magnusson las im Heilsteinhaus in Einruhr und wurde von der Journalistin Claudia Hoffmann interviewt. Foto: Franz Küpper/pp/Agentur ProfiPress

Gewebter Teppich, Schreibtischlampe, ein zusätzlicher Scheinwerfer. Die Atmosphäre war ein wenig wie im Wohnzimmer, als der 38-Jährige aus seinem aktuellen Buch las. „Die Leser sollten sich nicht beirren lassen“, meinte Magnusson auf seinen Roman bezogen, „manche finden den Titel gleich super, bei anderen muss man einen Ticken Überzeugungsarbeit leisten.“ In seinem Buch geht es nämlich nicht etwa – wie man vermuten könnte – um Chefärzte, die von Krankenschwestern angehimmelt werden. „Das ist keine aufgeblasene Version von Supermarkt-Heftchen“, sagte der Theater- und Romanautor unmissverständlich.

Sein Anliegen sei vielmehr, mit diesem gut recherchierten Buch die Arbeit der Lebensretter ernst zu nehmen und die Menschen zu beleuchten, die tagtäglich mit Katastrophen konfrontiert werden. „Wie läuft das ab, was die da tun?“, sei die Frage gewesen, die ihn immer wieder angetrieben habe. Für ihn sei es auch wichtig aufzuzeigen, welche Auswirkungen die beruflichen Ereignisse auf das private Leben der Mediziner haben.

Die interessierten und aufmerksamen Besucher waren so angetan von Magnusson, dass sie sich bei ihm persönlich bedankten. Foto: Franz Küpper/pp/Agentur ProfiPress

Die interessierten und aufmerksamen Besucher waren so angetan von Magnusson, dass sie sich bei ihm persönlich bedankten. Foto: Franz Küpper/pp/Agentur ProfiPress

Damit grenzte sich Magnusson natürlich ganz klar von den üblichen „Arztromanen“ ab, „in denen es meistens gar nicht um die Medizin geht“, wie er selbst sagt. „Da taucht vielleicht mal das Wort »Tupfer« auf. Das war’s aber schon.“ Das Arzt-Thema, so konnten die „Lit.Eifel“-Besucher von Magnusson im Gespräch mit der Journalistin Claudia Hoffmann erfahren, hat den Berliner schon immer fasziniert.

Schon als Kind, berichtete Magnusson, habe er lieber mit roten Blaulichtautos gespielt als mit Rittern oder Indianern. „Ich habe einige Freunde, die nach dem Abitur Medizin studiert haben und mir immer erzählten, was in ihrem Beruf so alles passiert.“ Doch Magnusson wusste lange nicht, wie er diese Geschichten zu Papier bringen sollte. „Ich habe immer gedacht: Ich will das aufschreiben, aber ich wusste nie, wie.“ Zumal er keinen Roman wollte, der in einer Arztpraxis oder im Krankenhaus spielt: „Da roch ich schon das Desinfektionsmittel – und das passt ja nun wirklich nicht für einen Roman.“ So kam Magnusson auf die Idee, über eine Notärztin zu schreiben – die Protagonistin Anita Cornelius entstand.

Im Rahmen der „Lit.Eifel“ las der Erfolgsautor Kristof Magnusson aus seinem neuen Buch „Arztroman“. Foto: Franz Küpper/pp/Agentur ProfiPress

Im Rahmen der „Lit.Eifel“ las der Erfolgsautor Kristof Magnusson aus seinem neuen Buch „Arztroman“. Foto: Franz Küpper/pp/Agentur ProfiPress

Das Ergebnis überzeugte auch in Einruhr. Kristof Magnusson erzählte mit großer Kenntnis aus dem Alltag einer Notärztin und gleichzeitig aus dem Alltag ihrer Patienten. Vor allem aber erzählte er witzig und unterhaltend aus dem Leben einer Frau Anfang vierzig, die mehr will als Routine und „schöner Wohnen“. Der Autor bot zudem spannende Einblicke in die unterschiedlichsten Berliner Milieus. Da ist zum einen etwa das Leben einer alten Frau. Zum anderen das von zwei schwulen Männern, die sich gerade erst kennengelernt haben – und von denen einer plötzlich keine Luft mehr bekommt. Anita Cornelius selbst weiß, dass sie bei Notfällen eigentlich immer alles im Griff hat. Ihr Privatleben hingegen ist alles andere als in Ordnung…

Aus der Verbundenheit zu seiner Heimat Berlin machte Magnusson keinen Hehl, und so ist sein neues Buch auch eine kleine Liebeserklärung an die Bundeshauptstadt. „Ich lebe schon seit vielen Jahren in Berlin, hatte aber zuvor noch nie eine Zeile darüber geschrieben“, verriet der Mann mit deutsch-isländischen Wurzeln. Doch auch in Einruhr fühlte sich der Schriftsteller ein wenig wie zu Hause, wie die „Lit.Eifel“-Gäste erfahren konnten, denn seine deutschsprachige Familie kommt aus der Vulkaneifel bei Mendig. Magnusson: „Hier in der Gegend bin ich noch oft und es war schön, hier bei der Lit.Eifel zu sein.“

Alle weiteren Lit.Eifel-Termine gibt es unter www.lit-eifel.de.

pp/Agentur ProfiPress

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