7. Oktober 2014

Lesungsauftakt mit zwei prominenten Sprechern

Lit.Eifel startete mit Abend zu Heinz Küpper – Renate Fuhrmann und Gerd Köster lasen vor, Küppers Freund Werner Biermann moderierte

Bad Münstereifel – Mit einem Abend mit Texten des Schriftstellers Heinz Küpper startete der Lesungs-Reigen der diesjährigen Lit.Eifel. Als Veranstaltungsort hatten die Lit.Eifel-Macher um Projektleiter Jochen Starke die Aula des Bad Münstereifeler St.-Michael-Gymnasiums gewählt. Mit dem Lesungsort verband den 2005 verstorbenen Küpper sehr viel, denn 28 Jahre lang unterrichtete er an der Schule. Viele Jahre wohnte er zudem in Bad Münstereifel. Als Vorleser hatte Starke zwei prominente Sprecher engagiert: Renate Fuhrmann und Gerd Köster. Mit viel Herzblut moderierte der Bad Münstereifeler Filmemacher und Grimme-Preisträger Werner Biermann, der eng mit Heinz Küpper befreundet war, den Abend.

Mit viel Esprit trugen Renate Fuhrmann und Gerd Köster Texte des Schriftstellers Heinz Küpper vor. Foto: Johannes Mager/pp/Agentur ProfiPress

Mit viel Esprit trugen Renate Fuhrmann und Gerd Köster Texte des Schriftstellers Heinz Küpper vor. Foto: Johannes Mager/pp/Agentur ProfiPress

Mit den ersten Seiten aus Küppers Debüt-Roman „Simplicius 45“, der 1963 veröffentlicht wurde und mit dem Küpper internationalen Ruhm erlangte, begann Renate Fuhrmann die Lesung. In dem Buch widmete sich der 1930 geborene Küpper seiner Kindheit, die er zur Zeit des Nationalsozialismus verlebte. „Das Buch war zu dieser Zeit unerhört. In den Büchern waren die Nazis immer die anderen. Aber Küpper schrieb über sich selbst als Nazi“, so Biermann. Renate Fuhrmann legte in ihre Stimme einen kindlich-begeisterten Tonfall, mit er sie den Protagonisten zu Wort kommen ließ. Ganz hingerissen bückte er sich etwa nach den Glasscherben, die nach den Pogromen am 10. November 1938 die Straßen Euskirchens übersäten. Weiter berichtete er begeistert vom großen Feuer auf dem Markt, in dem sogar Autos verbrannt wurden. Bei den Texten, die Küppers Leben späterer Jahre erzählten, veränderte Renate Fuhrmann ihren Sprechstil.

Lit.Eifel-Projektleiter Jochen Starke (l.) und Schriftsteller Werner Biermann begrüßten die Zuhörer zum Heinz-Küpper-Abend. Foto: Johannes Mager/pp/Agentur ProfiPress

Lit.Eifel-Projektleiter Jochen Starke (l.) und Schriftsteller Werner Biermann begrüßten die Zuhörer zum Heinz-Küpper-Abend. Foto: Johannes Mager/pp/Agentur ProfiPress

Köster las ebenfalls mehrere Geschichten aus der Feder Küppers, etwa die Kurzgeschichte „Erwerb eines Wortes“. In ihr berichtet Küpper davon, wie während seiner Jugendzeit einige amerikanische Thunderbolt-Kampfflugzeug auf einem Eifeler Bauernhof über ihm kreisen. Im Anschluss an die Aktion kommentierte seine kleine Cousine das Verblassen seiner Gesichtsfarbe mit dem Satz: „He hät de Klüe verloore.“ Dieser Satz ging dem kölschen Musiker Gerd Köster natürlich in schönstem Platt über die Lippen.

Aus den Werken von Heinz Küpper lasen Renate Fuhrmann und Gerd Köster (r.). Werner Biermann (M.) moderierte den Abend, der seinem 2005 verstorbenen Freund gewidmet war. Foto: Johannes Mager/pp/Agentur ProfiPress

Aus den Werken von Heinz Küpper lasen Renate Fuhrmann und Gerd Köster (r.). Werner Biermann (M.) moderierte den Abend, der seinem 2005 verstorbenen Freund gewidmet war. Foto: Johannes Mager/pp/Agentur ProfiPress

pp/Agentur ProfiPress

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