25. August 2014

Im kleinsten Museum der Welt

In der (W)-„Artehalle“ in Lützkampen-Welchenhausen in der Nähe des Dreiländerecks Belgien-Luxemburg-Deutschland in der Eifel werden ab 30. August Holz- und Linolschnitte des Eifelkünstlers und Eifelliebhabers Hanns Altmeier gezeigt – Rund um die Uhr geöffnet, Eintritt frei

Lützkampen-Welchenhausen – Unter der Überschrift „Kleine Kunsthalle zeigt große Eifel-Liebe“ berichtet der Redakteur Fritz-Peter Linden im Trierischen Volksfreund“ (TV) über ein kleines, aber feines Eifelmuseum, und zwar die (W)-„Artehalle“ in Lützkampen-Welchenhausen in der Nähe des Dreiländerecks Belgien-Luxemburg-Deutschland, eines der wahrscheinlich kleinsten Kunstmuseen der Welt.

Seit seiner Eröffnung im August 2002 zeigt das Museum Werke von Künstlerinnen und Künstlern aus Deutschland und aus den Nachbarländern. Neben wechselnden Einzelausstellungen präsentiert das Museum in den Wintermonaten Ausstellungen zu speziellen Themen der Kultur und Geschichte der Islek-Region, wie diese Eifelecke seit jeher genannt wird. Es ist das Gebiet beidseits der Our.

Das kleinste Museum der Welt steht in der Eifel. Es ist die (W)“Artehalle“ von Lützkampen-Welchenhausen im Dreiländereck Belgien-Luxemburg Deutschland. Am Samstag, 30. August, ist dort ab 16.30 Uhr Vernissage zur Ausstellung mit Holz- und Linolschnitten von Hanns Altmeier. Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress

Das kleinste Museum der Welt steht in der Eifel. Es ist die (W)“Artehalle“ von Lützkampen-Welchenhausen im Dreiländereck Belgien-Luxemburg Deutschland. Am Samstag, 30. August, ist dort ab 16.30 Uhr Vernissage zur Ausstellung mit Holz- und Linolschnitten von Hanns Altmeier. Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress

Fritz-Peter Linden berichtet nun über eine Sonderausstellung der „Artehalle“ mit Holz- und Linolschnitten von Hanns Altmeier. Linden schreibt: „Gut zu wissen, dass es nach dem zu frühen Tod des Vorsitzenden Bernd Kersting im Juni weiter geht in der wohl kleinsten Kunsthalle aller Zeiten: Der Museumsverein, der die Ausstellungen in der Warte- und Bushalle des auch nicht gerade großen 35-Einwohner-Dörfchens Welchenhausen zusammenstellt, habe sich umorganisiert und gehe wieder ans Werk, sagt der neue Vorsitzende Christof Thees.“

Damit setze man die bisher immer sehenswerten Ausstellungen am ungewöhnlichen Schauplatz fort, so der TV: „Die erste davon beginnt am Samstag, 30. August, und zeigt Werke von Hanns Altmeier, dem Kunsterzieher, Hochschulprofessor, Mitbegründer und ersten Präsidenten der Europäischen Vereinigung Bildender Künstler aus Eifel und Ardennen (EVBK).“

Christof Thees (l.), der neue Vorsitzende der (W)„Artehalle“ und Nach-folger des unlängst verstorbenen Bernd Kersting, sagte, der Museumsverein, der die Ausstellungen in der Warte- und Bushalle des 35-Einwohner-Dörfchens Welchenhausen zusammenstellt, habe sich umorganisiert. Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress

Christof Thees (l.), der neue Vorsitzende der (W)„Artehalle“ und Nach-folger des unlängst verstorbenen Bernd Kersting, sagte, der Museumsverein, der die Ausstellungen in der Warte- und Bushalle des 35-Einwohner-Dörfchens Welchenhausen zusammenstellt, habe sich umorganisiert. Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress

Das Ganze, wie Christof Thees im Interview mit Linden sagte, „gerade noch rechtzeitig zum Auslaufen der Jahresausstellung“ der EVBK in Prüm – die Schau in der Abteistadt geht am folgenden Tag zu Ende. Der Verein präsentiert in der Wartehalle Holz- und Linolschnitte Altmeiers, unter dem Titel „Wir, die Eifel und ich“. Denn die Eifel und er, so hat es Altmeier 1977, zwei Jahre vor seinem Tod, gesagt, „sind wie ein altes Liebespaar. Man kennt seine Stärken und Schwächen, man tauscht Meinungen aus, man ringt um Weltverständnis und man versucht im Kleinen die großen Zusammenhänge zu erkennen.“

Entstehe dann „in einer glücklichen Stunde ein Stückchen Eifel im Bilde, das alles hat, was man als Maler seit Jahrzehnten ersehnt, aber selten erreicht hat, ist unser Glück vollkommen.“ (Quelle: Hanns Altmeier: 50 Jahre Eifelmaler. Koblenz, 1977)

Das Weinfelder Maar oder Totenmaar ist auf diesem Schnitt Hanns Altmeiers zu sehen. Der Bruder des von 1947 bis 1967 regierenden rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Peter Altmeier war spürbar beeinflusst vom Expressionismus des frühen 20. Jahrhunderts. Repro: Privat/pp/Agentur ProfiPress

Das Weinfelder Maar oder Totenmaar ist auf diesem Schnitt Hanns Altmeiers zu sehen. Der Bruder des von 1947 bis 1967 regierenden rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Peter Altmeier war spürbar beeinflusst vom Expressionismus des frühen 20. Jahrhunderts. Repro: Privat/pp/Agentur ProfiPress

Fritz-Peter Linden schreibt: „Die Zuneigung kommt deutlich zum Vorschein in den Arbeiten Altmeiers, der 1906 in Saarbrücken geboren wurde und dessen Bruder Peter von 1947 bis 1967 CDU-Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz war. Aber nicht im Sinne einer aufgesetzt schönen – oder gar überzuckerten – Darstellung, sondern spürbar beeinflusst vom Expressionismus des frühen 20. Jahrhunderts.“

Das sehe man gerade in den Schnitten, in denen Altmeier, auch dieser Technik zufolge, die allzu Filigranes nicht zulässt, zu einer noch stärker reduzierten Form fand – was wiederum der zurückhaltenden Schönheit der Eifellandschaft angemessen entspricht.

Ein typisches Eifdeldorf ist auf diesem Schnitt des gebürtigen Saarlän-ders und bekennenden Eifelfans Hanns Altmeier zu sehen. Repro: Pri-vat/pp/Agentur ProfiPress

Ein typisches Eifdeldorf ist auf diesem Schnitt des gebürtigen Saarlän-ders und bekennenden Eifelfans Hanns Altmeier zu sehen. Repro: Pri-vat/pp/Agentur ProfiPress

Abgesehen davon könne kaum jemand schöner diese Arbeit beschreiben als Altmeier selbst: „Da eilt das Auge des Künstlers durch die Landschaft. Es gleitet über Berge und Ebenen, über Städte und Türme, Wolken und Wasser. Und dann verweilt das Auge plötzlich bei einer Partie der geschauten Landschaft. … Das Motiv ist gefunden, das »Herausreißen aus der Natur« beginnt.“

Was alles Hanns Altmeier dabei der Natur entrissen habe, so Linden, in Welchenhausen sei es nun bald noch einmal zu sehen: Die Ausstellung wird eröffnet am Samstag, 30. August, um 16.30 Uhr und läuft bis Ende Oktober. Rund um die Uhr – weil die Wartehalle eben nicht abschließbar ist.

Altmeier kannte sich in allen Eifelecken aus und verewigte sie in seinen Schnitten. Die Schneifel oder Schnee-Eifel ebenso . . .

Altmeier kannte sich in allen Eifelecken aus und verewigte sie in seinen Schnitten. Die Schneifel oder Schnee-Eifel ebenso . . .

„Die Idee, drei Ausstellungen im Jahr zu veranstalten – jeweils mit einem deutschen, einem belgischen und einem luxemburgischen Künstler, war immer das Ziel“, sagte Christoph Thees im Interview. Und das werde man auch in Zukunft so halten. Das neue Programm sei schon in Arbeit – auch thematisch mit regionalem Bezug:

. . . wie die Hocheifel. Repros: Privat/pp/Agentur ProfiPress

. . . wie die Hocheifel. Repros: Privat/pp/Agentur ProfiPress

Geplant ist als nächstes eine Fotoausstellung über Feldscheunen und Schuppen von Harald Deilmann aus Roscheid. Die Vernissage ist am Samstag, 1. November. Im kommenden Jahr plant der Verein eine Ausstellung mit dem belgischen EVBK-Mitglied André Paquet.

Ebenfalls vorgesehen: Eine Schau mit Fotos von verlassenen Bauernhäusern in der Eifel. Nähere Informationen unter www.kult-our-tal-museum.de

In einem Kommentar zum Bericht schreibt Fritz-Peter Linden im „Trierischen Volksfreund“: „Anspruch und Spaß – Es war vor zwölf Jahren eine wunderbar beknackte Idee, die man in Lützkampen und Welchenhausen hatte: Eine winzige Bus-Wartehalle zum Teilzeitmuseum umzufunktionieren und dort Ausstellungen zu organisieren.

„Altmeister Altmeier“, so schreibt Fritz-Peter Linden im „Trierischen Volksfreund“ (TV), „und wie er die Eifel sieht“. Das zeige ab 30. August die kleine Kunsthalle in Lützkampen-Welchenhausen. Hier ein Motiv aus Reifferscheid (Gemeinde Hellenthal, Nordeifel). Repros: Privat: pp/Agentur ProfiPress

„Altmeister Altmeier“, so schreibt Fritz-Peter Linden im „Trierischen Volksfreund“ (TV), „und wie er die Eifel sieht“. Das zeige ab 30. August die kleine Kunsthalle in Lützkampen-Welchenhausen. Hier ein Motiv aus Reifferscheid (Gemeinde Hellenthal, Nordeifel). Repros: Privat: pp/Agentur ProfiPress

Wer einmal dabei war, vor allem bei den immer ziemlich fröhlichen Eröffnungsfeiern, der weiß mittlerweile: Anspruchsvolle Kunst und der Spaß daran müssen einander nicht widersprechen. Das ist ein großes Verdienst aller dort Engagierten.

Und deshalb ist es schön zu sehen, dass der Verein ganz im Sinn seines zu früh gestorbenen und schmerzhaft vermissten ehemaligen Vorsitzenden Bernd Kersting weitermacht, der sich darauf vermutlich entspannt einen seiner schlimmen Glimmstängel anzünden würde. fp.linden@volksfreund.de

pp/Agentur ProfiPress

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