23. Juni 2014

Die „Flitsch“: Fotos und Collagen

Ausstellung aus Anlass des 130-jährigen Jubiläums – Der historische Schienenbus ist das längste Denkmal Nordrhein-Westfalens

Gemünd/Kreis Euskirchen – In diesem Jahr wird die Oleftalbahn, die „Flitsch“, 130 Jahre alt. Anlässlich dieses Jubiläums zeigt die Galerie „Eifel Kunst“ vom 29. Juni bis zum 3. August eine Foto- und Fotocollagenausstellung von Marita Rauchberger.

1884 – eine Bahnstrecke wird eröffnet. Sie soll wirtschaftlichen Segen in die Region bringen, kommt aber dafür um Jahre zu spät, denn die Unternehmen, die den Menschen Lohn und Brot brachten, sind schon lange weggezogen, weil es keine Bahnanbindung gab. Die Flitsch ist nicht als strategische Bahn gebaut worden. Dennoch gingen der Erste und Zweite Weltkrieg nicht spurlos an ihr vorbei. So diente sie zum Materialtransport der nicht unerheblichen Bauten des Westwalls und der monströsen NS-Ordensburg Vogelsang.

Während der beiden Weltkriege fuhren mit der kleinen Bahn auch unendlich viele Eifeler Männer in den Krieg. Fort aus der Eifel zu den Sammelplätzen und von dort weiter zu den Kampfplätzen hin. Zurück ließen sie Frauen, Mütter und Kinder, die ihnen nachweinten und die viele von ihnen auch nie wiedersahen. Und es kamen auch Soldaten und Kriegsmaterial mit dieser Bahn in Hellenthal an. Soldaten, die von dort weiter an die Front marschierten. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Bahnstrecke militärisch genutzt.

Nachdem 2005 der Truppenübungsplatz Vogelsang aufgegeben wurde, fand der militärische Nutzen der Bahnstrecke ein Ende. Der 17,8 km lange Schienenstrang von Kall nach Hellenthal hat einiges zu erzählen. 1981 für den Personenverkehr stillgelegt, fristete die Flitsch einige Jahre einen Dornröschenschlaf und gab Spekulationen um Radweg, Umgehungsstraße und damit Abriss Nahrung. 1995 gründete sich die Bahn- und Businitiative Schleidener Tal mit der Absicht, die Bahnstrecke zu reaktivieren.

Erste Züge fuhren bis Olef, dann Höddelbusch, dann Schleiden und am 1. August 2010 konnte die komplette Strecke von Kall nach Hellenthal wieder befahren werden. Die Rhein-Sieg-Eisenbahn (RSE) betreibt die Strecke mit Sonn- und Feiertagsverkehr von Mai bis November.

Eine Foto- und Collagenausstellung in der Gemünder Galerie „Eifel Kunst“ ist der denkmalgeschützten Oleftalbahn gewidmet.  Archivfoto: pp/Agentur ProfiPress

Eine Foto- und Collagenausstellung in der Gemünder Galerie „Eifel Kunst“ ist der denkmalgeschützten Oleftalbahn gewidmet. Archivfoto: pp/Agentur ProfiPress

Die Flitsch hat einige Besonderheiten wie zum Beispiel die einzigartige Ortsdurchfahrt Olef. Und sie ist das längste Denkmal in Nordrhein-Westfalen. Denn seit 2012 steht sie unter Denkmalschutz.

Marita Rauchberger: „Die Ausstellung ist ein Rückblick auf eine vergangene Zeit, in der die Eisenbahn auch im Oleftal als Segen empfunden wurde. Zugleich möchte ich damit die Perspektive wagen, dass in Zukunft die Existenz der Eisenbahn im Oleftal wieder als Segen empfunden wird.“ Ebenfalls wird die Skulptur der Künstlerin Christine Santema, Köln „ Ausgemustert I“ ausgestellt.

Klaus Ranglack, stellvertretender Bürgermeister der Stadt Schleiden, wird die Ausstellung am Sonntag, 29. Juni, um 15 Uhr, in der Galerie „Eifel Kunst“, Schleidener Straße 1, 53937 Schleiden-Gemünd, eröffnen. Gisela Neveling, Vorsitzende der Bahn- und Businitiative Schleidener Tal (BuBI), wird ein Grußwort sprechen. Hubert Jost begleitet die Ausstellungseröffnung musikalisch. Die Öffnungszeiten sind freitags und sonntags, von 14 bis18 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung, 0157 36941876.

pp/Agentur ProfiPress

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