17. Dezember 2013

Ritter-Mahl auf Burg Nideggen

Mittelalter-Mahl im Burgenmuseum Nideggen – Zeitgenössisch gekleidete „Mägde“ und „Knechte“ bedienten die Gäste – Musik aus dem 13. Jahrhundert mit Dudelsack und Trommel und Museumsführung

Eifel/ Nideggen – „Graf Gerhard bittet zu Tisch“, hieß es jetzt im Burgenmuseum Nideggen im Kreis Düren. Bevor die zahlreichen Gäste an die mittelalterlich gedeckte Tafel im Bergfried der Burg Nideggen gingen, wurden sie von den Zeremonienmeistern des Mhylsteyn-Duos, Christine Krull-Kosubeck und Stefan Wester, zur „Handwaschung“ geladen. Im Mittelalter reinigte man sich vor einem Mahl symbolisch von der staubigen und beschwerlichen Anreise. „Auf, auf, reinigt Eure Handballen, bevor Ihr Euch an die wohlgedeckte Tafel begebt!“, forderte das Duo schmunzelnd auf. Kaum Platz genommen, verwies das Mhylsteyn Duo auf einige mittelalterliche Tischsitten und erinnerte die Gäste daran, nicht ins Tischtuch zu schnäuzen.

Am Kopf der Tafel, dort wo der Burgherr und seine Familie gesessen hätten, war ein Falthocker mit Helm und Schwert drapiert. An dieser Stelle hätte man sich auch Graf Gerhard, der Nideggen vor 700 Jahren die Stadtrechte verliehen hat, vorstellen können, erläuterten die beiden Zeremonienmeister.

Bevor die Gäste an die mittelalterlich gedeckte Tafel im Bergfried der Burg Nideggen gingen, wurden sie zur „Handwaschung“ geladen. Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress

Bevor die Gäste an die mittelalterlich gedeckte Tafel im Bergfried der Burg Nideggen gingen, wurden sie zur „Handwaschung“ geladen. Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress

Das mittelalterliche Mahl ließ nicht lange auf sich warten. Zeitgenössisch gekleidete Mägde und Knechte bewirteten mit Wein, naturtrübem Bier und mit Minze gewürztem Mineralwasser. Zudem gab es Schmalzbällchen und gewürzte Butter auf Gemüseblättern sowie Suppe in ausgehöhltem Brot, Schweinebraten, Sauerkraut und Gerstengraupen-Risotto. Zu guter Letzt wurde süßer, mit Safran gewürzter Reis auf Rosinenbrot serviert. Die Zeremonienmeister kündigten die einzelnen Gänge gekonnt an, gefolgt von Musik aus dem 11. bis 16. Jahrhundert: „Bleiben Sie auf Ihren „Afterballen“ sitzen, und erheben Sie die linke und die rechte Hand, und folgen Sie unserem Takt mit Handgeklapper“, forderte Christine Krull-Kosubeck die Gäste auf. Danach erklangen schnelle Rhythmen aus dem 13. Jahrhundert, die mit Dudelsack und Trommel vorangetrieben wurden. Die Besucher klatschen begeistert mit.

Als die Tafel aufgehoben wurde, hatten alle Gäste die Möglichkeit, mit musikalischer Begleitung an einer Führung durch das Museum bis hin zur originalen Stadtrechteurkunde aus dem Jahr 1313 teilzunehmen. Dieser Einladung folgten die rund 50 Besucher sehr gerne. Auf dem Weg dorthin erfuhren die Gäste so manches über die Entwicklung des Schriftbildes, des Papiers und der Nutzung von Papyrus und Pergament sowie über die Vorteile der mittelalterlichen Wachstafel. „Ritters Laptop“, so Stefan Wester über die Wachstafel, ist beschreibbar, der Wachs speichert die geschriebenen Informationen. Mit der flachen Seite des Holzgriffels ist dann ganz schnell alles wieder gelöscht, demonstrierte er dem Publikum. Zu guter Letzt geleitete der Zeremonienmeister die Besucher nach mittelalterlicher Sitte hinaus, das zünftig gekleidete Personal stand zum Abschied Spalier.

pp/Agentur ProfiPress




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