11. Dezember 2013

City Outlet interessiert IHK

Eifeler Altstadt-Outlet erregt das Interesse der IHK-Experten in Aachen und Köln – Projektpräsentation City Outlet Bad Münstereifel vor dem diesjährigen Städtebauforum im Großen Börsensaal – Projekt soll in Not gekommene Innenstadt von Bad Münstereifel reanimieren – Aber: Kein genereller Rettungsschirm für havarierte Innenstädte

Köln/Bad Münstereifel – Das Konzept des City Outlet Bad Münstereifel ist zurzeit ein begehrtes Vortragsthema bei den Industrie- und Handelskammern (IHK). Georg Cruse, Mitinvestor und Initiator des zukunftsweisenden Projektes, referierte jetzt nach einem Vortrag bei der IHK zu Aachen am Dienstag auch auf Bitten des Kölner IHK- Geschäftsführers Dr. Ulrich Soénius im Großen Börsensaal der Domstadt. Und zwar beim diesjährigen Städtebauforum der Industrie- und Handelskammer zu Köln. Es ging um Ursprung, Besonderheiten, Zielsetzungen und die mit dem Geschäftsprojekt verbundene Möglichkeit, eine ganze Stadt zu reanimieren.

Zuhörer waren unter anderem Vertreter der Stadt Köln, der Universität zu Köln, der Industrie- und Handelskammern Köln, Aachen und Bielefeld sowie Experten anderer Kommunen und Unternehmen und Fachleuten  von Stadtplanungsämtern und Stadtentwicklungsgesellschaften.

Georg Cruse, Mitinvestor und Initiator des City Outlet Bad Münstereifel,  ist zurzeit als Referent vor den Städtebauforen der Industrie- und Handelskammern begehrt. Nach Aachen sprach er jetzt im Großen Börsensaal vor der IHK zu Köln. Foto: Felix Lang/pp/Agentur ProfiPress

Georg Cruse, Mitinvestor und Initiator des City Outlet Bad Münstereifel, ist zurzeit als Referent vor den Städtebauforen der Industrie- und Handelskammern begehrt. Nach Aachen sprach er jetzt im Großen Börsensaal vor der IHK zu Köln. Foto: Felix Lang/pp/Agentur ProfiPress

Georg Cruse berichtete am Anfang seines Referats darüber, dass er aus beruflichen Gründen in den Kreis Euskirchen kam, und sich dort schnell mit seiner Familie für Bad Münstereifel als Wohnort entschied. Wegen der historischen Altstadt, der malerischen Umgebung, der guten Verkehrsanbindung mit Auto und Bahn sowie der Großstadtnähe.  Er und seine Frau seien direkt und nach zehn Jahren noch immer Feuer und Flamme für diese Stadt. Außerdem sei Bad Münstereifel mit zwei Gymnasien und einer Realschule auch für die schulpflichtigen Kinder eine sehr gute Adresse.

Als Teil seiner Altersvorsorge wollte Cruse in Immobilien investieren, da er den guten Werterhalt von Gebäuden zum Beispiel in Köln kannte. Bei einer Winterwanderung mit Freunden, Marc Brucherseifer und Rainer Harzheim, beide erfolgreiche und ebenfalls ortsansässige Unternehmer wie er, erzählte Georg Cruse den beiden von seiner Idee, aus der mittelalterlichen Altstadt von Bad Münstereifel ein City Outlet Center zu machen.

Die Geschäftszeilen der Innenstadt verzeichneten zu der Zeit bereits viele Leerstände. Ein Outlet, so der Ansatz, wäre eine erfolgversprechende Geschäftsidee – und gleichzeitig die Chance, die Bad Münstereifeler Altstadt zu sanieren und wieder hochzubringen.

„Wir dachten, unsere Innenstadt findet man sonst bald auf der Roten Liste“, scherzte Georg Cruse bei seiner mit attraktivem Anschauungsmaterial unterstützten Präsentation vor sachkundigem Publikum. Gutachten bestätigten, dass sich Bad Münstereifel für ein solches Projekt eignet.

Die City sei „vom Aussterben bedroht“ hieß es, die einst auch an Wochenenden stark belebte Fußgängerzone befinde sich in einer Abwärtsspirale. „Immer mehr Gebäude stehen leer, Billigläden kommen, es gibt weniger Kaufmöglichkeiten und damit weniger Kunden“, so Cruse: „Dadurch bedingt können sich die hochwertigen Läden nicht mehr halten und müssen schließen.“

Durch seine langjährige Tätigkeit in der Textilbranche wusste Georg Cruse um die Tatsachen, dass einerseits in Deutschland nicht unerheblicher Nachholbedarf in Sachen Outlet-Centren besteht, andererseits die Landesregierungen gegen Outlet-Centren „auf der grünen Wiese“, also große Neubauten vor den Stadttoren, agieren.

„Warum nicht  einen Großteil der verödeten Innenstadt mit einem Marken-Outlet-Angebot beleben und aufwerten?“, hätten sich Brucherseifer, Harzheim und er gefragt. Nachdem juristische Fragen geklärt, Kundenkreis und Einzugsgebiet untersucht und  Verkehrsgutachten angefertigt worden waren, konnte die kleine Investorengruppe konkrete Pläne für das City Outlet Bad Münstereifel in Angriff nehmen.

Wie Zuhörerfragen belegten, war gerade der Aspekt, aus der teilweise verödeten Innenstadt ein Outlet Center zu errichten, das kaufkräftige Kunden von weit her anzieht, für die Städtebauforumsteilnehmer interessant. Es entstehe, so ergab die Diskussion mit dem Referenten und Textilexperten, eine so genannte „Win-Win-Situation“, von der nicht nur die Investoren profitieren, sondern auch die Kommune, die Bürger und vor allem die Inhaber der bereits bestehenden Geschäfte und Gastronomie-Betriebe.

Geschätzte eine Million Kunden pro Jahr, so die Prognose, lassen auch über die eigentlichen Outlet-Ladenlokale hinaus eine Menge Geld in der Stadt. Statt Leerständen und Renovierungsstau in der an sich prächtigen, aber etwas heruntergekommenen Altstadt, bekomme Bad Münstereifel nun dank der Millioneninvestitionen in die alte Bausubstanz eine runderneuerte City.

Baufortschritte und Gebäude des City Outlets dokumentierte Cruse via Bildvortrag. Neu gestrichene und gemachte Fassaden spiegeln den Arbeitsfortschritt an den Gebäuden. Dazu gehören auch stadtprägende Objekte wie das ehemalige Hotel Hillebrandt, das Textilkaufhaus Bollenrath, das vormalige „Erftcafé und das in der Marktstraße angesiedelte Giebelhaus „Französische Lilie“, welche in neuem Glanz  erstrahlen. An rund zehn weiteren Gebäuden in der historischen Altstadt werden derzeit entsprechende Verschönerungsmaßnahmen durchgeführt.

Wie Georg Cruse konstatierte, kann das City Outlet die Innenstadt von Bad Münstereifel tatsächlich wiederbeleben, es sei aber sicher kein kopierbares Konzept für viele andere in Not gekommene Städte.

Agentur ProfiPress




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